Blogstöckchen: 11 Fragen

Moritz und Teylen haben mich mit Stöckern beworfen, weswegen ich mich motiviert fühle, mal wieder was zu schreiben. Danke dafür🙂 Da Teylen sich extra eigene Fragen ausgedacht hat, nehme ich mir mal genau diese vor!

Was hälst du von der OSR (Old School Revival)?

Die beste Idee fürs Rollenspiel seit so grob ’74! Das war die kurze Antwort, jetzt noch etwas länger und ernsthafter: Ich habe erst gegen 2000 angefangen zu spielen und daher keines der Vorlagensysteme aktiv mitbekommen. Für mich ist die OSR also vor allem eine kontemporäre, nicht im mindesten rückwärts gerichtete Bewegung. Die Grundideen der OSR decken sich mit meinen Spielvorlieben und Retroklone bedienen in ihrem einfachen Grundgerüst mit viel Bastelmöglichkeiten (und viel fertigem Gebastle in der Community) genau meinen Geschmack. Ich will jetzt nicht zu tief ins Detail gehen, aber ich mag offene Würfel, einen starken SL, Worldbuilding, gewichtige Spielerentscheidungen, Ressourcenmanagement (solang es nicht ausartet) und einfache Regeln. Da bin ich in der OSR genau richtig.

Gibt es neben der OSR andere Spielweisen die du magst,… welche?

Ich spiele gern alles mögliche, allerdings habe ich mich von den dicken Regelmonstern eigentlich verabschiedet. Ich will meine Spiele in möglichst wenig Papier gepresst wissen, aber dennoch zum intendierten Spiel passende Regeln vorgesetzt bekommen. Will sagen: Auch als Oldschooler, nix gegen eine Runde Fiasko. Eine Pathfinderkampagne mit haufenweise Sourcebooks würde ich jedoch ungern spielen.

Jäger oder Gejagter… lieber Dracula oder Von Helsing?

Van Helsing

Soziale Konflikte ausspielen, auswürfeln oder beides?

Spiel es, dann würfle und spiele den Ausgang entsprechend zuende.

Welches ist dein Lieblingssystem?

Labyrinth Lord. Dicht gefolgt von LotFP.

Welches ist dein Lieblingsetting?

Sowas habe ich gar nicht. Ich bevorzuge grob skizzierte Spielwiesen, auf denen sich die Spieler austoben können. Daher bastle ich eigentlich eher selbst.

Glaubst du an Immersion und wenn ja, was ist für dich immersiv?

Ist nicht unbedingt mein Ziel beim Pen&Paper und habe ich auch noch nicht wirklich erlebt. Sollte es jemand mal hinkriegen, dass man wirklich in der Situation und in seinem SC ist – ich hoffe, ich bin dabei!

Lieber Systeme mit einer Würfelsorte oder mit vielen?
(bspw. Storyteller mit W10 versus D&D 5E mit W4, W6, W8, W10, W20)

Ist mir egal, solang es spielbar bleibt. Was ich nicht mag, sind Attribute und Fertigkeiten, die sich über Würfelgrößen verbessern. Das ist für mich unglaublich aufwendig im Spiel. Ansonsten nutzt LL die gesamte Palette auf teils krude Art und Weise, Dungeonslayers dagegen sehr elegant nur den W20. Kommt eben auf das Spiel an.

Liebe ein, zwei vielleicht drei Würfel oder ein, zwei Handvoll Würfel?

Siehe die letzte Frage. Es sollte halt spielbar bleiben, also lieber weniger Würfel.

Welches Nicht-Rollenspiel Medien Produkt (TV-Serie, Film, Spiel) bringst du am ehesten mit Rollenspiel in Verbindung?

Da musste ich jetzt lange überlegen. Vermutlich Abenteuerspielbücher.

LARP – Was hälst du davon?

Super Sache! Sieht von außen total albern aus, bockt aber, sobald man mitmacht. In den letzten Jahren bin ich nicht dazu gekommen, würde es aber gern wieder aufleben lassen (ein halbfertiger Magier liegt hier rum). Ich habe über die Jahre meine Vorstellung von schönem Larp öfters mal gewechselt und aus heutiger Sicht auch einige echt seltsame Charaktere gespielt. Ich mag den Urlaubsaspekt, ich mag das Charakterspiel (übrigens, hier könnte man ein gewisses Maß an Immersion erhalten!), ich mag vor allem tolle Gewandungen. Ich mag nicht unbedingt jeden Larper auf Con, aber mich muss man auch nicht mögen, mich darf auch jeder doof finden. Insgesamt lebt Larp aber vom Miteinander und es hilft ungemein, nicht die Tatsache zu vergessen, dass sich da erwachsene Menschen kostümiert mit Latexwaffen prügeln. Sonst besteht die Gefahr, Larp bei allem Spaß zu ernst zu nehmen.

Mich zieht es übrigens nur zu Fantasylarps, zu VtM Live, Endzeit, SciFi etc. habe ich da gar keinen Bezug.

 

Ich vergebe mal keine weiteren Stöckchen. Ihr anderen tut das sicher und sonst wird die Blogosphäre so zugeschmissen mit den Dingern. In jedem Fall: Hat Spaß gemacht, danke fürs Stöckchen!


Neue LotFP Releases

Weird Fantasy Nachschub gibt es seit heute im Webstore unseres liebsten Ami-Finnen:

World of the Lost

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Von der Beschreibung im Store:

Quicksand, Jungle Rot, and Psychotic Robots

Each year, the citizens of Khirima offer a massive tribute of silver to the demons which dwell within the Temple of Ages That Are Not. To acquire the silver for themselves, the adventurers must face bellowing dinosaurs, plague demons, the horrors which dwell within the Abscess, and a dungeon where memory is an illusion and time is a weapon.

World of the Lost is an adventure for characters levels 1-4, featuring a 200-encounter wilderness hexcrawl, a city sourcebook, a dungeon, quests, diseases, new spells, and new magic items.

Towers Two

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The Ultimate in Sleaze & Sorcery!

Dave Brockie (GWAR, Whargoul) and Jobe Bittman (The Monster Alphabet, The One Who Watches from Below) bring you a sordid adventure in a countryside ravaged by unending war!

Featuring the Eloi! The Suck-Thing! The Loi-Goi! Spooks! Osuka the Talkative! The Sea Slut! Pig-Men! Truly unmentionable magic! The two brothers in their Towers Two!

Lavishly illustrated by Jeremy Duncan and Dave Brockie himself, this tome also contains an appendix with the last unabridged, unedited draft submitted by Brockie before his death.

Towers Two is an adventure for use with Lamentations of the Flame Princess Weird Fantasy Role-Playing and other traditional role-playing games.

Sieht doch gut aus🙂 Ich werde in nächster Zeit nicht zu einem Review kommen, aber den Verlautbarer der Neuigkeiten gebe ich für euch dennoch!

 


DS Hack: Black Knight Unit

Wenn die Muse küsst, obwohl man doch gerade gar keine Zeit für RPG hat… Ich fühle mich berufen, hier auf die Schnelle eine Konversion für Dungeonslayers zu basteln, um damit 80/90er SciFi und Near Future Cartoons spielen zu können.

Was ist die Black Knight Unit? Die BKU hat ihren Namen von ihrem Hauptquartier übernommen, dem mysteriösen Black Knight Satelliten, der seit Jahrtausenden die Erde umkreist. Die Mitglieder der BKU haben Signale des Satelliten abfangen können und haben versehentlich einen bestimmten Antwortcode gesendet. Ob dafür ein Supeercomputer der NASA oder nur der alte Commodore eines Technerds aus einer Jugendclique nötig war, bleibt der Ausgestaltung überlassen. Ich bevorzuge die letzte Variante und denke „Power Rangers“ und „Bionic Six“.

Der Satellit stellt sich als Alienraumstation heraus, auf dem Schiff befinden sich nur wenige Aliens (Teile der alten BKU) und natürlich eine unterstützende KI. Im ersten Abenteuer erhalten die SC ihre Knightsuits (dazu gleich), vorher müssen sie aber natürlich die KI aktivieren und die frisch aus dem Kälteschlaf erwachten Aliens von ihrer Friedfertigkeit überzeugen. Mit den Knightsuits ausgestattet und mit der Hilfe ihrer Alienmentoren kämpft die für den Frieden aufgedreht Erde und der Galaxie.

Regelhacks

  • Nur Menschen sind spielbar, allerdings hat jeder SC eine Rolle, die bestimmte Alltagsausrüstung sowie Boni auf passende Proben gewährt. Skater, Nerd, Model, Außenseiter, Sportskanone u.v.m. nach Bedarf
  • Die Klassenboni gibt es nur bei aktivierten Suits, sie sind Teil dieser Ausrüstung. Stufenanstiege repräsentieren ein besseres Verständnis des Suits und Training.
  • Crunch bleibt, Fluff wird angepasst. Zauber sind Psi bei Alien NSC oder eben Teil der Suits.
  • Elfen und Zwerge sind Alienvölker, die aber nicht wie Elfen und Zwerge aussehen. Näheres ist auszuarbeiten.

Günstige Module bis Jahreswechsel

Jim Raggi braucht Platz in seinen Regalen und haut deshalb einige sehr coole Module zum halben Preis raus. Man schaue im LotFP Webstore vorbei! KLICK

Ansonsten noch frohe Weihnachten euch allen🙂


Mein Tablet und das Rollenspiel 

Ich bin seit etwa einer Woche stolzer Besitzer eines iPad Air 2 und damit erstmals mit aktueller Tablethardware ausgestattet. Beruflich macht das Teil schon einen guten Eindruck und scheint mir einiges zu erleichtern, aber hier im Goblinbau stellt sich ja eher die Frage nach dem Hobbynutzen. Bisher kann ich nur sagen: Geilster Scheiß seit Erfindung der OSR und überhaupt. Ich habe plötzlich die Möglichkeit, bequem meine PDFs zu lesen, die sich im Lauf der Zeit ansammelten und die ich nur äußerst ungern am Monitor konsumiere, geschweige denn am Tisch nutze. Ich habe Charakterbögen und die wichtigsten Regelwerke (Dungeonslayers, Herr der Labyrinthe, LotFP) in der Cloud und kann mit der entsprechenden App per Hand drin rumschmieren – meine Charakterbögen sehen aus wie sonst auch, nur halt nicht durchradiert. Natürlich hab ich auch eine Würfel App, dann eine für Roll20, Musik…

Handouts und Karten hab ich dabei, NSC Portraits notfalls schnell per Suchmaschine parat und aktuell tippe ich diesen Beitrag nur mit der eingeblendeten Tastatur, was erstaunlich gut funktioniert. Hach, ich bin ganz begeistert und kriege gerade wieder richtig Bock, am Tisch zu spielen und nicht per Hangout oder so – nur ganz ohne Schlepperei.

Sie lasen einen Beitrag der Art „Apple User werden dir ungefragt erzählen, dass sie ebensolche sind“.😉


Was die Goblins so machen? Larp!

Still ist es aktuell im Goblinbau – das liegt einfach an akutem Spielrundenmangel und damit einhergehend der geringen Motivation, RPG Zeug zu schreiben, zu kaufen und zu rezensieren usw. Aber ganz ohne RPG gehts ja auch nicht. Ich bin also in alte Verhaltensmuster zurückgefallen und hab plötzlich wieder Lust auf Larp bekommen. Schlimmer noch: Nachdem ich feststellte, dass der Großteil der Ausrüstung durch einen Wasserschaden ziemlich unnütz geworden ist, ging es ans Reißbrett für einen neuen Charakter. Es wird ein Magier. Ich muss dazu sagen: Normalerweise hasse ich Larpmagier. Einhergehend damit gibt es also jetzt auch noch den Anspruch, es ordentlich zu machen, was die Klamotte, Ausrüstung und v.a. die Magie angeht.

Also nix mit dem berüchtigten Lightning Bolt, keine geworfenen Softbälle und auch keine Tennisbälle an einer Schnur, die um sich selbst gewirbelt ein Schutzschild ergeben sollen. Auch keine blauen Bänder als magische Rüstung, sondern viel Brimborium, Bastelei und überhaupt. Aktuell bin ich noch an den Klamotten dran (diesmal richtig! Mit IT-tauglicher Unterwäsche, falls nachts mal was ist!). Danach gehts dann an den Rest des Konzepts und irgendwann dann auch auf Con.

Ich frage mich gerade, ob das Thema Material für den Goblinbau sein kann. Was meint ihr?


Bekannte Settings mit abgefeilten Seriennummern

Drüben bei B/X Blackrazor bastelt JB gerade an einer Settingconversion für X-Plorers, die ziemlich eindeutig Star Wars ohne Lizenz ist. Hierzulande weit bekannter dürfte Schnutenbach sein, das anno dazumal von Karl-Heinz Zapf für Warhammer entwickelt wurde, was deutlich anzumerken ist.

In den meisten Fällen werden solche Conversions/Hacks wohl mit dem „eigentlichen“ Setting bespielt, aber ich frage mich, ob das bewusste Spielen in den Alternativsettings nicht seine Vorteile hat. Insbesondere bei einem Settingkoloss wie Star Wars kann es ja sehr befreiend sein, nonkanonisch vorzugehen. Erfinde einen neuen Planeten, neue Fraktionen, neue Machtnutzer, spiele nicht im Schatten der Big Three. Geht natürlich auch im offiziellen Universum mit der richtigen Gruppe, klar.

Ich bin unentschlossen, was meint ihr? Und guckt euch X-Plorers an, das ist cool und für lau zu haben.