Rezension: Dungeonslayers Basis Box

Die Dungeonslayers Basis Box

Diese Rezi betrachtet nicht Dungeonslayers an sich, sondern die zweite Auflage als Basisbox! Unter www.dungeonslayers.de finden sich Links zu mehreren Rezensionen des Spiels.

Erster Eindruck:

Die Box kommt im handlichen DinA5 Format daher, genauer im Format 21x15x2cm. Auf dem Cover prangt die schon vom Grundbuch bekannte, grüne Illustration von Alan Lathwell. Die Box liegt für mein Empfinden bei ihrer Größe schwer in der Hand, was schon einmal für Inhalt spricht. Der Blick auf die Rückseite listet dann auch auf, was wir genau im Inneren finden werden. Dazu aber gleich mehr. Insgesamt macht die Box von außen einen stabilen Eindruck. Eben so, als würde sie auch diverse Transporte im Rucksack unbeschadet überstehen. Leider hat eine Ecke bei meinem Exemplar schon einen Kratzer. Das ist ein Schönheitsfehler und insgesamt aber kein Beinbruch. Kommen wir also zum…

Inhalt:

Neben dem Grundbuch (160 Seiten, A5, Softcover) finden sich folgende Dinge in der Box:

  • das 29-seitige Heft „Einstieg ins Abenteuer“, das sich an den SL richtet und explizit Rollenspielneulinge an die Hand nimmt.
  • Fünf Blankocharakterbögen, ebenfalls A5.
  • eine DinA3 Karte von Caera. Sie hat ein Hexraster, ist aber sehr hübsch und keine typische Hexkarte. Die Örtlichkeiten sind ge- und bezeichnet und ein Maßstab fehlt auch nicht. Ein Hex umfasst ca. 10 km.
  • Auf der Rückseite der Weltkarte findet sich der Grundriss einer Höhle, inklusiv Feldern. Es handelt sich dabei um die „Höhle der Schatten“, die logischerweise zum gleichlautenden Einstiegsabenteuer aus dem SL Heft gehört.
  • Sieben vorgefertigte Charaktere. Die Charakterbögen sind ziemlich klein und alle nebeneinander auf ein A5 Blatt gedruckt. Sie sind jeder etwa so groß wie eine Spielkarte und müssen ausgeschnitten werden. Auf der Rückseite der Charakterbögen finden sich die Portraits der Charaktere. Es sollte für jeden ein passender Charakter zu finden sein, aus jedem Grundbereich (Krieger, Späher, Zauberer finden sich mehrere Charaktere)
  • Token und Counter: Die passenden Token für jeden der Beispielcharaktere, drei Patzer, zehn Slayerpunkte, fünf Ratten, zehn Goblins, fünf Orks und fünf Skelette. Die Token sind rund und haben einen Durchmesser von etwas mehr als einem Zentimeter.
  • Leider kein Würfel. Christian Kennig sagte schon im Voraus, dass ein W20 in der Box zu teuer geworden wäre. Stattdessen findet sich eine W20 Matrix, auf der man blind eine Zahl antippen kann. Zwar wirklich nur ein Kompromiss, aber immerhin besser, als gar keine Alternative anzubieten. Immerhin will diese Box einsteigergerecht sein.

Das sieht doch schonmal insgesamt gut aus. Speziell mit Countern kann man mich ja ködern. OK, ich persönlich hätte lieber mehr Monster und weniger Charaktere gehabt, aber 25 Gegner sind doch schonmal was. Die vorhandenen Monster sind darüber hinaus sowas von klassisch, dass sie wohl jeder einsetzen können wird.

Kommen wir dann doch mal etwas genauer zum SL Heft: Im ersten Teil findet sich eine Beschreibung, was denn Rollenspiel überhaupt sein soll. Von mir gibt’s einen Bonuspunkt für den Tipp, bei der Spielvorbereitung das Knabberzeug und Getränke nicht zu vergessen. Da solche Beschreibungen traditionell für den Unbedarften eher kryptisch erscheinen, folgt ein mehrseitiges Spielbeispiel. Zwischendurch finden sich immer wieder Kommentare, die solche Dinge wie den Gebrauch von Würfeln und Bodenplänen dort erklären, wo sie gebraucht werden.

Im nächsten Teil „Spielleitung“ wird die Rolle des Spielleiters ein bisschen genauer beleuchtet. Hier trifft man auf solche Tipps wie „Sei kein Feind der Spieler“, „sei fair“ und Konzepten wie dem SL als Schiedsrichter. Danach geht das Heft kurz darauf ein, wie „Abenteuer“ (inkl. Begriffsdefinition)geleitet werden. Hier findet sich wenig hilfreiches außer der Aussage, erst einmal auf fertige Abenteuer zurückzugreifen und die Spieler nicht zu gängeln. Unter dem „Reiz des endlosen Spiels“ wird schlussendlich nochmals betont, dass RPG prinzipiell kein endgültiges Spielziel hat – hier wird klar, dass sich DS durchaus als Kampagnenspiel sieht und nicht in die OneShot und Bier&Brezel Ecke abgeschoben werden will. Bis hier sind wir etwa zur Hälfte durch das Heft durch. Jetzt folgt noch das Einstiegsabenteuer „Die Höhle der Schatten“.

Das Abenteuer soll „abendfüllend“ sein und richtet sich an Neulinge. Dem SL wird empfohlen, Regeln und Abenteuer im Voraus zu lesen. Zum einfachen Einstieg sollen die Spieler natürlich einige der vorgefertigten Charaktere spielen, auch wenn auf die Möglichkeit eigener Charaktererstellung hingewiesen wird.

Grob, um nicht zu spoilern: Das Abenteuer ist eine Rettungsmission und dreht sich um die besagte Höhle, Goblinoide und ein kleines, entführtes Mädchen. Es ist anfangs recht linear, wenn auch versucht wird, auf voraussichtliche Spielerreaktionen einzugehen. Letztlich wird aber erwartet, dass die Spieler den Auftrag annehmen und losziehen. Die unterschiedlichen Reaktionen sind im Stil von Abenteuerbüchern wie den DSA Soloabenteuern oder den Büchern der Einsamer Wolf Reihe gehalten („Wollen die Spieler hinaus, lies weiter bei X, sonst lies weiter bei Y“). Das ist ersteinmal relativ übersichtlich. Auch Dinge wie Wareneinkauf finden Platz im Prolog des Abenteuers.

Die Höhle, also der klassische Dungeon, kann dann im Hauptteil erkundet werden. Hier kann man einige Kämpfe ausfechten, Schlösser knacken und sich insgesamt erstmal mit dem Probensystem vertraut machen. Schön ist, dass das Abenteuer durchaus weitergehen kann, wenn das besagte Mädchen gerettet ist – die Höhle kann ja weiter erkundet werden.

Insgesamt kein irgendwie besonderes Abenteuer, aber im Sinne des „altmodischen Rollenspiels“ mit einem Dungeon, klassischen Gegnern des Fantasygenres und leichter Handhabe. Ich würde sagen, es erfüllt seinen Zweck wunderbar. Ich glaube, ich spiel es auch mal bei Gelegenheit.

Gesamtfazit:

Die Box kostet 24,95 Euro. Dafür bekommt man neben dem Grundbuch diverse Gimmicks und Kleinigkeiten. Bei meinem Buch der ersten Auflage löste sich sehr schnell die Schutzfolie. Bisher ist am neuen Buch nichts davon zu sehen. Ein Langzeitbelastungstest wird wohl zeigen, wie es damit aussieht. Geschützt in der Box schätze ich die Chancen des Buches aber hoch ein, den Test zu bestehen. Die Box kommt ansprechend daher und macht Dungeonslayers zu einem ernstzunehmenden Anwärter für den Titel „Deutsches Einsteiger RPG“. Genau sowas wurde ja in der Forenlandschaft schmerzlich vermisst, seit DSA den Titel aufgrund der Regelfülle irgendwann verloren hat. Ich hoffe einfach mal, dass sich DS trotzdem nicht auf diesen Titel festnageln lässt, sondern sich weiter zum „ernsthaften“ Rollenspiel entwickelt, was immer das heißen mag. Ich bin entsprechend gespannt auf die weiteren Veröffentlichungen. Negativ fällt mir letztlich der fehlende Würfel auf. Die Gründe sind zwar verständlich, aber dennoch ist es schade, ein essentielles Werkzeug für Pen&Paper Rollenspiel nicht in der Box zu haben.
Daher gebe ich der Dungeonslayers Basis Box 4 von 5 Goblinschrumpfköpfen.



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