DCC RPG Teil 1: Äußerlichkeiten

Teil zwei der Rezi: Regeln

Teil drei der Rezi: Weitere Inhalte

Vorgestern kam mein Paket von Goodman Games mit der DCC RPG Limited Edition und dem Abenteuer Doom of the Savage King an. Nach meinem auf der PDF Version basierenden ersten Eindruck werde ich mich jetzt also dem RPG als totem Baum zuwenden und dabei auch das Abenteuer nicht vergessen. Allerdings ist das Teil eine ziemliche Schwarte vom Typ „Tome of Corruption“, gerade auch in der Sonderversion mit Golddruck. Daher werde ich eine kleine Artikelreihe machen, um das RPG zu besprechen. Ich denke, drei Teile sind angemessen: Äußerlichkeiten, Regelbesonderheiten und weitere Inhalte.

Teil 1: Äußerlichkeiten

In der Hand habe ich die Limited, also rede ich zunächst mal von der. Ein schwarzer Einband mit goldener Schrift und ebensolchem Schmuck. Der Buchrücken ist komplett vergoldet und zeigt neben dem Namensaufdruck die Umrisse einer Stadt und das Antlitz eines fiesen Lichs. Ebenjener ist auch hinten abgebildet, neben dem Klappentext „You’re no hero […]“ Hier findet sich ein Hinweis, dass es kein typisches Oldschool Produkt ist, mit dem wir es zu tun haben. Ganz am Ende in Fettdruck zeigt sich die Eigenbeschreibung: „DCC RPG is a complete role playing game of 1970s Appendix N Fantasy“ Aha. Soweit zurück ging bisher kein Oldschool System. Der Appendix N ist die Inspirationsliste, aus der D&D  entstand und auf welcher so bekannte Namen wie Howard, Lovecraf, Leiber, Vance usw. zu finden sind. Klingt sehr nach Sword&Sorcery, was DCC auch sein will. Dazu aber später.

Die fast 500 Seiten sind reich bebildert, insgesamt zeigten sich 19 Zeichner für den Innenteil verantwortlich. Die Umschlagsinnenseiten zeigen eine farbige Kampfszene vorn und eine Höhlenwelt voller Monster hinten. Der Rest des GRW ist schwarz-weiß gehalten. Wie bei einer solchen Anzahl an Zeichnern zu erwarten, gibt es keinen durchgängigen Stil. Von Cartoons mit Text bis zu liebevoll detaillierten, seitenfüllenden Bildern und von ernsten, dark-fantastischem bis zu Easter Eggs und gewollten Albernheiten ist fast alles zu finden. Meine bessere Hälfte blättert gerade und sagt „Erinnert mich an Walter Moers und Zamonien.“ Ja, auch das unter anderem. Dennoch wirkt es nicht falsch oder unpassend, was da aus unterschiedlichen Federn zusammenkommt, sondern abwechslungsreich. Insgesamt setzt DCC RPG viel auf Bilder und kleine Spielereien. Das Inhaltsverzeichnis wird in Form von Bannern, Tafeln usw. von Charakteren auf einer Doppelseite präsentiert. Vorher findet sich eine Schlachtszene, Auf den Bannern stehen Informationen zum Spiel: „Download Charakter sheets at http://www.googman-games.com“ usw. Mich kann man mit sowas ja kriegen. DCC scheint ein Gute-Laune-Regelwerk zu sein, dass mir beim Lesen Spaß machen wird. Es gibt kaum eine Doppelseite ohne Bilder, wenn man von den traditionell listenreichen (Wortspiel!) Kapiteln wie den Spruch- und Monstersammlungen absieht. Habe ich die kleinen Comic Charaktere erwähnt, die bei den Reiseregeln am unteren Rand von der Burg bis hin zum Dungeon reisen? Einer mit Karren, andere zu Fuß, weitere wieder anders.

Mein persönlicher Zeichenhit sind aber die Karten zu den Beispielabenteuern. Da krieg ich Pipi inne Augen! Funktional und übersichtlich, aber mit Innenausstattung, einem Hintergrundbild mit Untoten, Waffen, Kampfhandlungen, Action! Schatten und Perspektiven, es ist schlichtweg „schön“, ohne dabei den Blick vom Wesentlichen einer Karte – der Übersichtlichkeit zu lassen. Allerdings sei auch gesagt: Druckerfreundlich ist anders. Ich weiß nicht, ob GG die DCC Module auch als PDF veröffentlichen will, aber dann wäre die Karte ein bisschen viel. Zumal auch SL, die gern in den Karten rumkritzeln, wenig Platz dafür finden.

Soviel schwärmerisch zu den Bildern, jetzt noch Worte zum weiteren..

Satz und Layout:

DCC RPG kommt zweispaltig dahe. Überschriften sind leicht zu erkennen, sind ja auch größer. Tabellen kommen, wie bei einem oldschooligen Werk zu erwarten, öfters vor und sind mit einem deutlichen schwarzen Rahmen (ca. 1 – 2 mm) abgegrenzt. Das Buch verzichtet auf jegliche Graustufen, sondern bietet schwarze Schrift auf weißem Grund. Und diese Schrift ist lesbar, nicht zu klein und in Ordnung. Besondere Regelbegriffe, Zauber usw. sind kursiv gesetzt und daher leicht zu finden. Unterüberschriften behalten die normale Schriftart des Textes bei und sind fett gedruckt.

Ein kleines Manko sind die Zauberlisten, diese sind nämlich unübersichtlich, allerdings gibt es zu Kapitelbeginn ein Verzeichnis der verfügbaren Sprüche. Die Unübersichtlichkeit rührt daher, dass in DCC keine Vance’sche Magie genutzt wird und jeder Zauber etwa eine Seite einnimmt. Darauf gehe ich später im Regelteil gesondert ein.

Die letzten Seiten sind einigen großformatigen Bildern, Werbungen und Danksagungen gewidmet. Eigentlich stört mich sowas, aber bei einem Werk dieser Seitenzahl fallen die letzten paar Seiten nicht sonderlich ins gewicht.

Unterm Strich:

DCC RPG besticht durch ein gut lesbares Layout und lädt zum Schmökern ein. Haufenweise Bilder verschiedener Künstler schaffen Abwechslung und das Auge hat dadurch immer was zu gucken. Wer genauer sucht, findet gelegentlich kleine Details und Easter Eggs. Negativ ausgedrückt hat das Buch aber auch keinen typischen Stil, wie beispielsweise die 4E oder DSA und wer „nur“ Informationen sucht, mag von den vielen kleinen und großen Bildern irgendwann genervt sein. Für mich persönlich trifft DCC optisch aber einen Nerv, der vorher schon bei dem Dungeonkarten-Inhaltsverzeichnis von Dungeonslayers jubelte. Ich finde: Rein optisch ein Schmuck für jede Sammlung, gerade natürlich die Limited. Aber auch die normale Ausgabe ist hübsch und kommt mit dem Logo irgendwie sogar oldschooliger daher.

Soviel zu den Äußerlichkeiten von DCC, als nächstes setze ich mich an eine Besprechung der Regelbesonderheiten, der Umsetzung von „Appendix N Fantasy“ und den Gebrauch der öfters kritisch gesehenen Zocchi Dice.

Übrigens: Angeblich gibt es auf dem Cover der Limited irgendein Easter Egg. Wenns einer gefunden hat, benachrichtigt mich! Ich such mich hier kaputt!


13 Kommentare on “DCC RPG Teil 1: Äußerlichkeiten”

  1. greifenklaue sagt:

    @Vanc`sche Magie: Das ist so nicht richtig. DCC benutzt kein Fire & Forget, beruft sich aber direkt auf Vance. Und mein Eindruck ist: Ja, das haut hin. Sogar besser als Ur-DnD, da bei Vance die Zauberer auch potentiell sehr verrückte Sprüche machen und die stärke oft nicht einschätzen können.

  2. Tarin sagt:

    Jetzt nimm doch nicht alles vorweg, der Teil 2 mit den Regeln kommt doch erst noch😉 Ich habe Vance allerdings nie gelesen und kenne entsprechend seine Magei auch nur aus Beschreibungen. Zu der DCC Magie hab ich so ein paar Pros und Kontras zusammen und kann mich nicht entscheiden, was überwiegt.

  3. greifenklaue sagt:

    Cugels Irrfahrten gibt es als Tauschbuch im GK-Lesezirkel, passt ideal hinter die Schwerter von Lankmar. Falls Du es leihen möchtest …

  4. […] DCC RPG Teil 1: Äußerlichkeiten […]

  5. […] wesentlichen wollte ich aber auf die dreiteilige Rezi aus der Goblinhöhle aufmerksam machen: 1 – Das Äußere, 2 – Die Regeln und 3 – Die Anhänge. Tarin verspricht weitere Artikel, bei uns wird es […]

  6. […] mag: Ich habe bei Erscheinen eine größere Beschreibung in drei Teilen veröffentlicht. Hier ist Teil Eins. DCC ist mein persönlicher Platz 2 für Heroic Fantasy, auch wenn es in vielen Punkten quasi das […]

  7. […] vom Goblinbau hat eine ausführliche Rezi in drei Teilen geschrieben, aufgeteilt in Äußerlichkeiten, Regeln und weitere Inhalte mit einem „wohlwollenden […]


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