Einstieg ins Rollenspiel: Einstieg in die Oldschool Ecke

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Der Karneval im Januar 2013 wird von Ludus Leonis organisiert (Besten Dank!) und beschäftigt sich mit dem Einstieg ins Rollenspiel. Zum Forum mit der Artikel Sammlung gelangt ihr über das Banner. Nebenbei sei natürlich der Gratisrollenspieltag erwähnt, der am 2. Februar in vielen Läden, Vereinen, Bibliotheken usw. stattfindet und der genau diese Möglichkeit des Einstiegs bieten will. Und wer in eines der deutschen „Big Three“ Systeme einsteigen will, schaut vielleicht mal im hier im Blog von Edvard Elch vorbei, der einfache Möglichkeiten aufzeigt, in DSA, Shadowrund und Cthulhu einzusteigen (und warum das für den Start sinnvoll sein kann. Stichwort Gruppensuche!)

Aber da ich ja bekanntermaßen neben den coolen, neuen Systemen auch gerne klaschisch… klassiss… alte RPGs (Danke für den klasch.. alten Witz, Heinz Erhardt) spiele, beschäftige ich mich mit dem

Einstieg in das Oldschool Rollenspiel

1: Hä? Whut? Oldschool?

Oldschool RPG, bzw. die Oldschool Rennaissance („OSR“) ist eine aktuelle Strömung innerhalb der RPG Szene. Sie dreht sich größtenteils um die Beschäftigung mit alten Dungeons & Dragons Editionen, deren durch offene Lizenzen ermöglichten Kopien („Retroklone“) und den Spielen, die diese Vorgänger leicht oder deutlich abwandeln, wie z.B. Lamentations of the Flame Princess oder Dungeon Crawl Classics RPG. Ich hatte vor längerem auf dem Gallertblog eine Übersichtstafel veröffentlicht, die zur ersten Orientierung dienen kann. Ferner läuft unter „OSR“ auch die Beschäftigung mit allgemein alten RPGs. Dieser Teil ist aber insgesamt gesehen weit weniger bedeutend als die D&D Ecke.

2: Boah, das sind aber ne Menge Spiele..

Stimmt. Allerdings basieren wie gesagt fast alle der Spiele auf gemeinsamen Kernelementen, eben den Elementen der D&D Editionen bis etwa Anfang/Mitte der 80er Jahre. Insofern kommt man mit den meisten Varianten sehr schnell zurecht, wenn man einmal die grundlegenden Mechanismen verstanden hat. Insgesamt sind die OSR Spiele, wie auch die Originale relativ regelleicht und simpel. Stellt sie euch als ein grobes und stabiles, vielleicht auch ein wenig in die Jahre gekommenes Gerüst vor, das man selbst nach Belieben erweitern und umgestalten kann, denn genau das tun die Spiele, von denen ich hier rede (manche haben auch einfach die alten Regeln möglichst genau kopiert, um sie wieder verfügbar zu machen). Dabei gibt es sicherlich ein paar Macken, Ecken und Kanten, aber sowas haben alle RPGs. Die Frage ist nur, inwiefern spezifische Macken irgendwann stören. Je nachdem sucht man sich dann halt sein Plätzchen, beispielsweise eben die OSR oder wandert zu anderen RPGs weiter.

3: Ok, hab ich verstanden. Aber wo fang ich denn jetzt an??

Nun, erstmal braucht ihr natürlich eine Spielgruppe. Falls ihr noch keine habt, bieten sich Aushänge in RPG Läden oder Rundengesuche in den großen Foren an. Hier wären Aktion Abenteuer und das Tanelorn eure Anlaufstellen für den deutschsprachigen Raum. Links findet ihr in der Blogroll auf der rechten Seite. Ansonsten könnt ihr auch über die immer häufiger werdenden Onlinerunden nachdenken. Normalerweise braucht ihr dafür mindestens ein Headset und einen Account in der genutzten Software (meist kostenlos). Hier verweise ich erstmal auf Google+. Dort werden immer mal wieder Onlinerunden angeboten.

Wenn ihr jetzt also Mitspieler habt, braucht ihr ein System. Weit verbreitet sind da sicherlich vor allem Labyrinth Lord und Swords&Wizardry. Im deutschen Eck v.a. LabLord, weil es eine deutsche Übersetzung und Material vom Mantikore Verlag gibt. Sofern ihr des Englischen mächtig seid, ist der Einstieg in beide Spiele völlig kostenfrei, da sie beide als Gratis PDF vorliegen. Die deutsche Printausgabe von LL liegt bei 19,90 Euro. Auch weitere Spiele gibt es als kostenlose PDFs. Beispielsweise der Klon von Advanced Dungeons & Dragons OSRIC. Die Grundregeln von LL haben auch ein Abenteuer enthalten, ihr könnt also direkt loslegen. Oder ihr schaut euch im Internet um. Die Oldschooler sind ziemlich aktive Internetschreiberlinge und bringen gern mal Fanmaterial heraus. Haltet einfach nach dem Logo hier Ausschau:

osrlogoblue

Als Beispiel seien hier die Höhlen der Fäulnis genannt. Eine Sammlung von Abenteuern, die auf eine Seite passen und sicherlich vom Spielleiter ein bisschen ausgebaut werden müssen. Sie entstanden in einem Abenteuerwettbewerb und sind komplett gratis herunterladbar.

Wenn die Verbreitung für euch kein Thema ist, beispielsweise, weil ihr eben im Freundeskreis oder mit einer festen Gruppe spielt, in der ein Regelwerk ausreicht, könnt ihr auch auf Ebay oder an sonstigen üblichen Orten nach gebrauchten Ausgaben der ursprünglichen Spiele suchen. Ein D&D Basis Set von ’84 in deutsch ist eine günstige Möglichkeit, zu starten. Auch alte Abenteuer kann man für wenig Geld schießen, sofern man ein bisschen Geduld mitbringt und nicht Ausgaben im Neuzustand erwartet.

4: Und was geht sonst noch so?

Ihr könnt natürlich die vielen Oldschool Blogs lesen, auf denen auch immer wieder Material veröffentlich wird. Schlagworte wie OSR, Oldschool RPG usw. helfen euch da, entsprechendes zu finden. Oder ihr hört euch PodCasts zum Thema an. Oder nehmt an Wettbewerben teil. Aktuell ist alles vorbei, aber es gibt immer wieder national wie international Möglichkeiten, kleinere und größere Sachen einzubringen. Oder ihr lest die FanZines zum Thema. Die Oubliette und die Fight On! haben öfters mal Gratisausgaben zum Download und versorgen euch mit Material, Anekdoten, Rezensionen und mehr.

5: Du hast jetzt gar nicht erzählt, was dieser OSR Spielstil eigentlich ist..

Nein, denn ich glaube, der ergibt sich relativ schnell, wenn man einfach mit den RPGs spielt, von denen ich hier spreche. Außerdem sind sich da selbst die Oldschooler untereinander kaum einig, geschweige denn die RPG Szene allgemein. Meine Empfehlung ist, einfach mal loszulegen und zu machen. Der Rest wird sich dann schon ergeben. Wer allerdings eher der Theoretiker ist, kann auch mal den Oldschool Primer lesen. Der ist zwar auch keine allgemeine Grundlage, zeigt aber die Tendenz auf, um die es so geht. Die meisten OSRler würden mir aber zustimmen, glaube ich: Macht einfach mal. Es ist euer Spiel.



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