Trolle, überall Trolle!

Ich muss es einfach mal zugeben: Ich mag Trolle. Die sind einfach coole Monster und deshalb der Inhalt meines zweiten Beitrags zum RPS Blogs Karneval im Juni mit dem Thema Monster. Organisiert wird dieser übrigens vom Blogkollegen bei Drømte mig.

Also, Trolle. Ein Blick in die Rules Cyclopedia verrät, was einen Troll bei BECMI und den meisten anderen D&D Varianten so auszeichnet. Er ist groß, selten und fressen erstmal alles, was irgendwie nach Fleisch aussieht. Trolle haben eine Regenerationsfähigkeit, die nur per Feuer und Säure zu umgehen ist, was die Burschen extrem zäh macht, wenn man sich nicht vorbereitet. Gleichzeitig ist der Troll eines der Fantasy Monster, das wohl in Aussehen und Verhalten kaum einheitlich zu finden ist. Eine Suche auf DeviantArt zeigt das, erst recht, wenn man noch den Wikipediaeintrag über den mythologischen Troll danebenstellt. Daher ist es eigentlich recht schade, nur einen Troll in der RC vorzufinden. Ich nehme mir deshalb vor, das hiermit zu ändern und ein paar Subspezies vorzustellen (Werte für Labyrinth Lord).

Trolle

Wenn etwas die finstere und böse Seite der Natur verkörpert, dann die Trolle. Sie finden sich in so gut wie jeder Umgebung zurecht und passen sich dieser an. Ein Trollgebiet kann klein oder riesig sein – in jedem Fall ist es vor allem Jagdgebiet für den Troll.

Trolle besitzen eine boshafte Intelligenz, erfreuen sich an eigener Stärke und dem Leid anderer. Da Begegnungen meist nicht gut ausgehen, finden sich Trolle eher in kleinen Gruppen unter einem starken Anfüher zusammen oder bleiben Einzelgänger. Befinden sich mehrere Trolle oder Trollgruppen in einem Gebiet, stecken sie meist klare Reviergrenzen ab.

Trolle sind asexuelle Wesen. Trollnachwuchs wird gezeugt, indem ein Stück Trollfleisch (meist ein Finger) irgendwo eingegraben oder nach einem Kampf vergessen wird. In letzteren Fall versucht das Fleisch selbst, sich in den Boden zu wühlen und dort zum Trollkeim zu werden. Der Keim regeneriert und wächst schlussendlich zu einer neuen Trollbrut heran, die schon ihrer Umgebung angepasst ist. Ein Trollkeim im Sumpf wird also ein Sumpftroll, ein Trollkeim im Bergland zum Bergtroll usw. Die Trollbrut wächst schnell zu einem Jungtroll heran, der innerhalb von wenigen Jahren seine volle Größe erreicht.

Trollkeim

Trollkeime sind fleischige, geschwürartige Pilzgewächse von ca. 30 cm Durchmesser und graugrüner Farbe. Um den Trollkeim herum ist der Boden unfruchtbar, weil lange Wurzelstränge der Umgebung die Nährstoffe entziehen und den Keim versorgen. Der Keim selbst ist schutzlos, wird aber der Kopf beschädigt, stößt er einen schwall stinkender, klebriger Flüssigkeit aus, die alles innerhalb von 5 Fuß trifft. Wird ein Charakter so getroffen, muss er einen Rettungswurf gegen Versteinern bestehen oder bewusstlos zusammenbrechen. Der Trollkeim wird dann einige Stränge nutzen, um sich vom Fleisch seines Opfers zu regenerieren. Das Opfer stirbt nach W4 Phasen, wenn nicht Außenstehende die Stränge entfernen. Ein Aufwachen ohne fremde Hilfe ist nicht möglich, die Stränge sind mit dem betäubenden Schleim bedeckt, das auch im Kopf des Keims enthalten ist.

Ein Trollkeim hat keine Monsterwerte, er funktioniert eher wie eine Falle. Er wird innerhalb von 1W6 Wochen zur Trollbrut.

Trollbrut

  • Anzahl: 1 (1W10)
  • Gesinnung: chaotisch
  • Bewegung:  120′ (40′)
  • Rüstungsklasse: 6
  • Trefferwürfel: 3
  • Angriffe: 3 (2 Klauen, Biss)
  • Schaden: W4/W4/W6
  • Rettungswurf: K3
  • Moral: 8
  • Hortklasse: keine

Trollbruten verfügen wie ihre großen Verwandten über die Fähigkeit, sich von Schaden zu regenerieren (nach drei Runden nach der Verwundung, pro Runde 1 TP). Einzelne Trollbruten finden sich nur, wenn sie von ihrem Trollerzeuger zurückgelassen wurden. Reifen die Trollkeime und -bruten jedoch in einem Gebiet heran, das schon von einem Troll kontrolliert wird, werden sie in seine Gruppe aufgenommen oder direkt getötet. In letzterem Fall kann man bis zu 10 Trollbruten begegnen.

Solang Trollbruten in ihrem Stammgebiet unterwegs sind, sind sie schwer zu entdecken. Sie überraschen Feinde und Fressopfer bei einer 1 – 4 auf dem W6. Selbst aufmerksame Gegner werden noch bei 1-2 überrascht.

Jungtroll

  • Anzahl: 1 (1W8)
  • Gesinnung: chaotisch
  • Bewegung:  120′ (40′)
  • Rüstungsklasse: 4
  • Trefferwürfel: 6
  • Angriffe: 3 (2 Klauen, Biss)
  • Schaden: W6/W6/W8
  • Rettungswurf: K6
  • Moral: 9
  • Hortklasse: XVII

Jungtrolle entsprechen in fast allen Merkmalen ihren ausgewachsenen Verwandten, sie sind nur ein wenig kleiner und nie der Anführer, wenn sie in einer Trollgruppe zusammenleben. Sie sind mit einem kaum zu stillenden Appetit ausgestattet und äußert angriffslustig. Jungtrolle sind blutigen Statuskämpfen zugeneigt und sind meist sogar noch sadistischer und gemeiner als ausgewachsene Vertreter ihrer Art.

Trollgebiete

In ihren jeweiligen Stammgebieten sind Trolle bestens angepasst. Wenn sie sich anschleichen wollen, überraschen sie dort Feinde bei 1-2 auf dem W6. Ihre Hautfarbe entspricht der Umgebung, gemeinhein bleibt vor allem der Gestank und eine gemeinsame Trollsprache als allgemeines Erkennungsmerkmal von Trollen. Als Trollgebiete kommen folgende infrage:

  • Wald
  • Gebirge
  • Sumpf
  • Tundra
  • Steppe
  • Höhle/Verlies
  • neuerdings auch Stadt

Stadttrolle leben bevorzugt in großen Städten, die über Kanalisationsgewölbe verfügen. Das Leben in Abfall und Fäkalien hat ihnen unter Gelehrten und Trolljägern auch den Namen Unrattrolle eingebracht. Da aber Trolle wie schon gesagt äußerst anpassungsfähig sind und unter den Städten mehr als genug Essbares zu finden ist, machen immer mehr Berichte von Stadttrollen die Runde. Stadttrolle sind dickbäuchige Monster von dunkler, bräunlicher Hautfarbe, die vermutlich noch mehr stinken als ihre Artgenossen. Sie sind hervorragend an das Leben im Dunkel angepasst und verlassen sich in völliger Finsternis auf ihre Nase. Starkes Licht (Sonnenlicht, Lichtzauber) schmerzt allerdings in ihren Augen, weshalb ihnen in einem solchen Fall alle Proben um 2 Punkte erschwert werden.

Trollbesonderheiten:

Die Regerations- und Anpassungsfähigkeit der Trolle führt immer wieder zu Mutationen einzelner Trolle. Bei einer 1 auf dem W6 hat ein Troll 1W4 dieser besonderen Merkmale, zufällig bestimmt:

  1. Hörner (können statt Biss eingesetzt werden 1W6 Schaden, wirft Gegner um 5 Fuß zurück)
  2. Fehlender Sinn (1: Tastsinn 2: Sicht 3: Geruchssinn 4: Geschmack 5: Gehör 6: nochmal würfeln, 2 fehlende Sinne)
  3. drittes Auge am Hinterkopf (kann nicht überrascht werden)
  4. Humpelgang (Bewegung 60′ (20′))
  5. brutale Klauenhände (Krallenschaden um einen Würfeltyp höher)
  6. Sonnenempfindlich (wird bei Sonnenlichtkontakt zu Stein)
  7. Übergroß (übersteigt die meisten Trolle nochmals (+2 TW, Angriffs- und Trefferwurf +2)
  8. massiver Stinker (ist zwar übel, aber niemand wird vom Troll überrascht)
  9. Harte Haut (RK -2)
  10. schwache Regeneration (nur 1 Punkt/Runde nach der dritten Runde)
  11. Zaubertroll (beherrscht je einen zufälligen Zauber der ersten und zweiten Stufe wie ein Magienutzer)
  12. Winzling (HD -1, alle Trefferwürfe -1 TP)


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