Goblins on Tour: Manticon 2013

So, ich bin zurück von der Starkenburg, wo am Wochenende zur zweiten Mal die Mantikore Hauscon, die Manticon, stattfand. In diesem Jahr mit Beteiligung durch den Uhrwerk Verlag und diversen kleinen und großen Genialitäten. Dazu aber gleich mehr.Zunächst: Die Manticon in Heppenheim zählt mit ca. 100 Euro sicherlich zu den teuren Cons in Deutschland und reicht locker an diverse Larp Veranstaltungen ran. Allerdings: Zimmer auf der Burg und tatsächliches All Inclusive (ich hatte ja noch mit Extrakosten zumindest bei Alkoholika gerechnet) und eine sehr großzügig gefüllte Contüte sind ebenfalls nicht selbstverständlich. Ich muss sagen, ich fühle mich nicht um mein Geld gebracht, es war durchaus sein Geld wert.

Die Unsichtbare Grenze wird überschritten. Labyrinth Lord vom Feinsten.

Die Unsichtbare Grenze wird überschritten. Labyrinth Lord vom Feinsten. „Alabaster der Erleuchtete“ starb wie vom Namen zu erwarten in einem Flammenstrahl.

Stargast Gary Chalk, Illustrator der alten Lone Wolf Bücher, zählt zu den lockersten und witzigsten Engländern, die ich so kenne und hatte sichtlich Spaß auf der Con und auch in einigen Spielrunden. Due Jungs von Uhrwerk hatten das brandaktuelle und endlich erschienene Gammaslayers im Gepäck, dem ich natürlich nicht widerstehen konnte. Nach erster Betrachtung: Das Ding ist genau das, was es sein will: DS in der Postapokalypse. Kommt deutlich mehr High Tech daher als beispielsweise Mutant Future, hat aber einen sehr sympathischen Schreibstil und Arnsberg heißt Gomorrha. Da haben wirs den Sauerländern reingewürgt, wol? OK, das Ruhrgebiet ist verstrahlte Todeszone… mehr zu Gammaslayers schreibe ich, wenn ich genauer reinschauen konnte. Mich reizt allerdings schon, es auf Con zu testen.

Die Rundenaushänge

Erst sah es für mich wenig aus, aber wer spielen wollte, konnte spielen und hatte auch Auswahl. Da täuschte mich also meine Wahrnehmung. Durch einige Ausfälle im Demoteam gab es leider sehr wenige Runden zum Game of Thrones, obwohl es eine Menge interessierter Spieler gab. Einsamer Wolf Mehrspieler war gut vertreten, einige Homebrews gab es auch. Für mich leider (und das hängt mit oben beschriebenen Problem im Demoteam zusammen) gab es wenig Labyrinth Lord. Magere zwei Runden wurden angeboten, eine von mir, eine von meinem Mitfahrer. Es gab zwar viele Spieler für das System, aber ich hätte natürlich gern auch mehr LL Rundenaushänge gesehen. Jedenfalls wurden die beiden ersten Plätze des OGLL geleitet. Dazu eine kleine Randnotiz: Der Peter von den Eulenbären war ja auch vor Ort und wir haben schonmal geschnackt, wie denn so unsere Pläne für die Zukunft sind. Sie sind vielversprechend😉 Außerdem habe ich endlich mal eine Rund für Dungeon Crawl Classics zusammenbekommen. Wir haben Jewels of the Carnifex gespielt. Ich glaube, wir hatten alle

Auch der Hort des Zahnradeulenbären ist nicht vor schatzhungrigen Abenteurern sicher

Auch der Hort des Zahnradeulenbären ist nicht vor schatzhungrigen Abenteurern sicher.

unseren Spaß. Zum System: DCC rockt ziemlich, ist vom Gefühl eher gehausregeltes D20 als OSR und macht insbesondere im Magiesystem Spaß. Der Krieger war ein wenig ärgerlich, als der Magier mal eben auf Level 3 vier magische Geschosse mit 1W6+3 Schaden raushaute. Mit dem Hinweis, dass die Stärke seiner Klasse eher in den Mighty Deeds und deren kreativer Anwendung liegt, blühte er aber zu ungeahnter Stärke auf und rockte so richtig im Endkampf. Ein tolles Spiel also. Es ist jedoch mehr als nötig, das PDF zur Hand zu haben und alle nötigen Tabellen in die Spielerhände zu verteilen. Die Blätterei macht sonst wahnsinnig.

Die Gäste

Neben diversen bekannten Verlagsgesichtern von Uhrwerk und Mantikore habe ich Jed Clayton und Niniane aus dem Tanelorn kennen gelernt, mit beiden aber nicht spielen können. Aus dem Slayerboard Chrisophiles, der sich als waschechter Oldschooler entpuppte, der ebenso auf LL und DCC hoffte. Er hätte auch noch DS angeboten, aber am Sonntag waren alle irgendwie zu müde. Mit Fenris und Lani aka den Weisenmeistern fanden sich zwei lautenschwingende Mittelalter/Larp/Filk Musiker auf der Burg, die unermüdlich und den sich verteilenden und daher als Publikum nur schwer taugenden Spielrunden zum Trotz ihre Musik zum Besten gaben (ja, sie hatten natürlich auch Zuhörer;) ). Überhaupt war die Con ziemlich entspannt und gemütlich. Alle meine Runden waren angefüllt mit spaßigen Mitspielern. Leider fehlten einige Leute kurzfristig. Beispielweise der Moritz von der Seifenkiste und Kermit mit seinen Game of Thrones Runden und als Verstärkung der DS Ecke. Die hätten beide den fehlenden GoT Runden unter die Arme gegriffen und Moritz wollte ja auch LL und DCC leiten. Sehr ärgerlich, aber ok, es gibt eben auch wichtigeres als eine Con.

Verstrahlte Beute vom Uhrwerk Stand

Verstrahlte Beute vom Uhrwerk Stand

Die Orga

Da ist natürlich erstmal dem Stephan von Mantikore ein dickes Lob für die Con auszusprechen. Der Mann hatte zwar Orga Arbeit zu leisten, war aber durchgehend guter Laune und auch immer zu finden, wenn man ihn brauchte. Da die Verpflegung vom JuHe Personal übernommen wurde, standen grundsätzlich Kaffee, Tee und die Riege an Coca Cola Produkten zur freien Verfügung und wurden auch nicht leer. Das Futter war JuHe üblich, der Grillabend phänomenal lecker. Letztlich: Gut ausgesucht, gut gemacht. Ein klarer Fall von guter Planung und Durchführung.

Das Gesamturteil

Kurzfassung: Ich hoffe, dass ich nächstes Jahr wieder hin kann. Längere Fassung: Die Manticon ist die gemütlichste Convention, die ich kenne. Der Preis ist zwar erstmal happig, aber man bekommt viel für sein Geld geboten. Wer normalerweise für Cons Pensionen in der Umgebung bucht, ist sowieso nicht überrascht. Verpflegung ok bis superlecker, Spielrunden in ausreichender Menge und viel cools Programm drumherum. Was kann es schöneres geben als eine gelungene Convention mit vielen lieben Menschen?

Blick vom Turm

Blick vom Turm

Prallgefüllte Contüte ist prallgefüllte Contüte ist prallgefülle Contüte!

Prallgefüllte Contüte ist prallgefüllte Contüte ist prallgefülle Contüte!


14 Kommentare on “Goblins on Tour: Manticon 2013”

  1. craulabesh sagt:

    Kann das nur bestätigen, ich war leider nur Samstag da, mein Bericht kommt noch.

  2. Schöner Bericht! Und richtig, DCC und LL verdienen mehr Aufmerksamkeit!

    Dieses WE ist übrigens Cthulhu Con, der ist ähnlich aufgezogen.

  3. johnnycompor sagt:

    Du hast was zur Verpflegung vergessen, was ich einfach großartig fand: Man sitzt da in nem Turmzimmer (oder Keller) und zockt so vor sich hin, jeder hat sein Bierchen oder ne Coke…. und plötzlich, aus dem NICHTS erscheint jemand von der Orga, legt der Runde Tüten (Mehrzahl!) Gummibärchenzeugs, nen Knabbermix und noch ne Büchse Erdnüsse hin, wünscht ein schönes Spiel und geht wieder. Fand ich kolossal! Hab ich bei zwei von drei Runden erlebt und hat mich positiv geschockt. Spitzenservice.

  4. Oh, Majipoor! Habe ich nur ein Sammelband von anno Dazumal, aber den habe ich gerne gelesen.

  5. craulabesh sagt:

    Würde mich übrigens interessieren, wie viele Blogger noch dabei waren, vielleicht sollten wir uns demnächst alle Buttons besorgen..

  6. Joni sagt:

    RIP Alabaster…😉

  7. Wow, ihr habt die Unsichtbare Grenze auf der MantiCon gespielt?!?! Da bin ich doch baff und extremst neugierig … Wie war’s? Hat’s gut funktioniert?
    Wir versuchen es kommenden Freitag, wie angekündigt mit Grill und Bier …🙂

    • Tarin sagt:

      Es hat super funktioniert, ich musste am Ende ein wenig wegen der Zeit voranpreschen😉 So ab dem dritten Raum hatten die Spieler die Sache mit den Buchstaben raus, ab da wurde die Beschreibung der Räume für mich um einiges einfacher. Die Rätsel waren spaßig, insbesondere der Raum mit den Bodenplatten, weil so schön viele Lösungsworte infrage kamen. Sie haben auch verdammt lang in Raum 1 vor dem Zwergengesicht rumüberlegt, bis Alabaster eben „Basiliskenblut“ ausprobierte. Danach haben sie es dann erstmal gelassen😀 War eine tolle Runde.


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