Die Goblins lesen: Lord Valentine – Die Majipoor Chroniken 1

Da gabs diese nette Contüte auf der Manticon. Unter anderem findet sich darin der erste Band der Majipoor Chroniken, „Lord Valentine“. Ich kann gerade den dritten Song of Ice and Fire Band nicht mehr sehen und habe deshalb beschlossen, dieses mir überhaupt nichts sagende Geschenk zwischenzuschieben.Jedenfalls: Lord Valentine und die Majipoor Chroniken sind das Werk von Robert Silverberg (auch ein Name, der mir bisher nichts sagte) und erschienen ab 1980. Der Mantikore Verlag hat sich seit 2012 zur Aufgabe gemacht, die Bücher neu heraus zu bringen, was im Falle von Lord Valentine mit für mich sehr hübschem Cover gelingt.

Fakten:

Cover der Neuübersetzung vom Mantikore Verlag

Lord Valentine. Die Majipoor-Chroniken Band 1

Autor: Robert Silverberg

Mantikore Verlag 2012

englische Erstveröffentlichung 1979/1980

572 Seiten Softcover

Übersetzung: Alexander Kühnert

ISBN: 978-3-939212-28-7

Preis: 16,95 €

Ich habe diesen Artikel absichtlich nicht „Rezension“ genannt, da ich erst im neunten Kapitel auf Seite 75 angekommen bin. Ich möchte aber gern einen ersten Eindruck vermitteln. Dazu muss schon einmal gesagt werden, dass ich nicht ganz unvoreingenommen an das Buch heran gehe. Zum einen haben diverse Personen ein wenig Pippi in den Augen gehabt, als sie den Begriff Majipoor lasen, zum anderen spricht der Klappentext von einer „farbenprächtigen, fremdartigen Welt“ voller geschickt verbundener „Elemente der Fantasy und der Science Fiction“. Klingt vielversprechend und tatsächlich ein wenig anders als das, was sich so üblicherweise im Fantasy Regal der Mayerschen findet.

Tatsächlich ist Majipoor fremdartig, kommt  aber zunächst sehr klassisch-fantastisch daher. Ein Protagonist ohne Erinnerung kommt in eine fremde Stadt, man bekommt viele fremd klingende Namen um die Ohren geworfen und findet sich erst einmal ein. Es gibt „Reittiere“, die tatsächlich so heißen und neben ihrer lilanen Färbung vor allem durch die natürlichen Sättel auffallen, es gibt einen Koronal als Herrscher, einen Pontifex als Herrscher über dem Koronal, eine Dame der Träume und ein paar andere Dinge, die auf mich ziemlich skurril wirken. Allerdings gibt es bei allerlei Fantasyklischee auch plötzlich Fabriken, einige Kapitel weiter „Säuberungsstrahler“ und dann sogar „Gleiter“, auf denen am Hafen Waren verladen werden oder mit deren Hilfe Paraden abgehalten werden. Die Mischung ist ein weniger so wie Masters of the Universe, zumal auch die Völker Majipoors ohne Elfen und Zwerge auskommen. Die vierarmigen, felligen Skandar können nicht nur gut jonglieren, sondern erinnern mich darüber hinaus an die Vorox aus Fading Suns. Dann sind da Vroons mit dunkler Haut und Glubschaugen, Liimänner, von denen ich keine Ahnung habe, wie sie aussehen und noch ein paar andere mehr. Mittlerweile ist auch die Science Fiction, genau eigentlich dieser Space Opera Einschlag deutlicher zu finden, wird doch von anderen Planeten gesprochen, von denen aus die verschiedenen Völker Majipoor erreichten, darunter auch die „Alte Erde“, von der die Menschen stammen, die aber längst im Dunkel der Zeiten zur Legende wurde. Die Majipoor Chroniken spielen also weit in der Zukunft, aber in unserer Realität. Es scheint auch andere bewohnte Welten zu geben, da während des Festivals in Pidruid (die große Stadt, in die der Protagonist Valentine eintritt), tausende Sprachen von vielen fremden Welten gesprochen werden. Ansonsten wird eher von Kontinenten Majipoors geredet.

Tja, soweit bin ich gekommen. Die Geschichte um Valentine, eine Gauklertruppe und diesen Koronal, der ebenfalls Valentine heißt, hat mich zugegebenermaßen bisher interessiert bei der Stange gehalten. Die Mischung aus Fantasy und SF mag ich, ich mochte sie auch bei anderen Settings dieser Art und finde Borbarads Fluch und Durch das Tor der Welten alsAbenteuerideen genial. Ob das Buch hält, was es verspricht, kann ich natürlich nicht sagen, aber ich finde es bisher toll. Ebenso ein Grund zur Freude sind die ausbleibenden Rechtschreibfehler, die gerade bei kleineren Verlagen oder überhaupt im Bereich Phantastik gern Einzug halten. Die Übersetzung und das Lektorat sind hier völlig in Ordnung, ich habe bisher nicht einen Fehler finden können.

Weiteres zum Buch folgt, sobald ich ein wenig weiter gelesen habe!


6 Kommentare on “Die Goblins lesen: Lord Valentine – Die Majipoor Chroniken 1”

  1. craulabesh sagt:

    Irgendwie haben wir unterschiedliche Con-Tüten-Inhalte, schade aber auch, das klingt interessant! Nennt man das Genre nicht Planetary Romance? Ich muss mich da irgendwann auch mal einarbeiten..

  2. craulabesh sagt:

    Das Highlight bei mir war das Regelwerk von Dungeonslayers.

    • Tarin sagt:

      Jep, das war auch eine nette Überraschung, auch wenn ichs langsam ein bisschen oft habe. Ein Foto meiner Tüte findet sich im Beitrag zur Manticon, inwiefern unterscheidet sich deine denn davon?

  3. johnnycompor sagt:

    @Craulabesh: Warst du vielleicht nur einen Tag da? Nur die „Dreitägler“ haben die volle Tüte bekommen. Die Leute mit Tageskarte haben andere Tüten gekriegt.

  4. craulabesh sagt:

    Ah ja das war’s wohl, ich war nur Samstag da. Aber schon krass was da auch drin war😉 verglichen mit dem 20 EUR Eintrittspreis


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