Dungeonslayers ist nicht „Retroschiene“!

Gerade war Dungeonslayers mal wieder ein Teil der Retroschiene laut Tanelorn. OK,ich weiß, dass La Cipolla eh nix mit OSR zu tun hat, aber ich kläre das nochmal kurz auf:

Dungeonslayers ist kein Retrospiel!

Bin ich. DS ist regelleichte Fantasy mit einer Engine, die Plots und Charaktere erlaubt, die eher an D&D3.X erinnert, als an das, was üblicherweise mit OSR gemeint ist. Mal im Detail:

  • DS setzt auf keinem OGL Spiel auf und ist damit kein Retroklon im allgemeinen Wortverständnis
  • DS setzt auf Trennung von Volk und Klasse, womit es selbst als Klon schonmal eher im AD&D Bereich wäre
  • Heldenklassen aka Prestige Classes
  • DS benutzt ein stringent durchgehaltenes Würfelsystem, das auf einem einzigen W20 Wurf beruht
  • DS hat zugegeben besseres Artwork als 99% der Klone ^^
  • DS nutzt moderne Spielmechanismen in Form der Slayerpunkte, also Bennies
  • DS kümmert sich nicht um Ressourcenmanagement. Munition wird nicht gezählt, gezaubert wird so oft man will usw usw.
  • DS hat ein Skillsystem in Form der Probe auf zwei passende Attribute des Charakters
  • DS Charaktere müssen nicht so vorsichtig agieren, wie es OSR Charaktere tun müssen
  • keine XP pro GM, sondern für erschlagene Monster und erfüllte Aufgaben

Fairerweise: Die olle Zwiebel😉 hat insofern recht, dass DS natürlich als „das altmodische Rollenspiel“ mit dieser Retrogeschichte kokettiert. Wenn man das aber mal außer Acht lässt und nur auf die Mechanismen schaut, hat DS mit classic D&D und damit mit der OSR ungefähr soviel gemein wie jedes andere Fantasy RPG auch. DS hat sogar sehr moderne Ideen verbaut und ist damit scheinbar zugänglicher als die eigentlichen Retrogeschichten.

Also lesen, merken, weitersagen. Word!


18 Kommentare on “Dungeonslayers ist nicht „Retroschiene“!”

  1. taschenschieber sagt:

    DS ist ein Rollenspiel mit Oldschool-Ästhetik, kein Oldschool-Rollenspiel. Um mal meine Meinung dazu auf den Punkt zu bringen.

    (Und das ist auch gut so!)

  2. Sylandryl sagt:

    Ich würde halt schon bei der Gleichstellung OSR gleich D&Dclassic Klon nicht zu stimmen. Die OSR geht meiner Meinung nach weit darüber hinaus und umschliesst neben Klonen der „älteren“ (A)D&D Editionen, Adaptionen von ungewöhnlicheren Setting- und Genres durch Klonengines, Klone andere Oldschool Spiele , wie es etwa Gore, ZeRFS und 4C sind eben auch neue Spiele die mit einem gewissen oldscholl Spirit designt wurden sind. DS stellt sich da mit seiner Rules light, fast and easy to play und ein Dunegon darf auch mal „gecrawlt“ werden Einstellung, auch durch eigene Aussagen schon auch bewusst zu. Auf der anderen Seite sind die DS Regeln schon recht eindeutig modern designt wurden. Und es ist nicht ganz unwahrscheinlich, daß Leute die mit großen Teilen der OSR nichts anfangen können DS durchaus etwas abgewinnen können.
    Von daher: einfach cool bleiben für die einen ist DS eben zu Recht teil der OSR für die anderen mit mindestens genaus viel Recht ein schlankes modernes System.

    • Tarin sagt:

      Ich sag ja, DS kokettiert damit und hat natürlich absichtlich das Design eines „typischen“ Fantasy RPGs „von früher“. Es geht aber genau bei diesem von früher von einer anderen Vorstellung aus, als es allgemein die OSR tut. Das ist sogar ganz gut, weil die OSR ja auch nicht unbedigt jedermanns Lieblingskind ist.
      Was die Gleichsetzung von cD&D(Klonen) und OSR angeht: Zumindest wird das zu 90% verstanden, wenn jemand Oldschool Renaissance schreibt. Liegt natürlich auch daran, dass das Spiel so alt ist. Ansonsten ja, es gibt diverse „2nd Wave“ Spiele wie LotFP, DCC RPG usw. die sich deutlich auch anderer Quellen oder eigener Ideen bedienen, die ich trotzdem noch zur OSR rechnen würde. Denen ist aber allen eine gewisse Vorstellung gemein, die bei DS nicht gegeben ist. Ich würde den Schwerpunkt auf Spielerherausforderung und Ressourcenmanagement legen, wenn ich die OSR gewichten soll.

    • Tarin sagt:

      Im Zusammenhang mit „der Retroschiene“ und DS war aber klar, in welche Richtung der Vergleich ging. Und wenn DS retro im Sinne der OSR ist: Siehe meine Antwort bei Greifenklaue.

  3. greifenklaue sagt:

    DS ist die vorweggenommene OSR 2.0! Lösen vom Original mit Blick auf das, was damals gut war ergänzt mit dem, was heute gut ist!

    • Tarin sagt:

      Ich sehe da allerdings schon einen gänzlich anderen Stil, der eigentlich nur „Fantasy“ und gelegentliche Dungeons als Verbindung hat. Insofern wäre D&D4 auch OSR2.0.

  4. Sir Gawain sagt:

    Ich bin einverstanden mit Tarin. Meiner Meinung nach, hat DS einen deutlichen OSR Geschmack, ist aber ein gutes, „modernes“ Spiel, und vor allem kein Retroklon.
    Und Tarin, ich würde „Talente“ zu deiner Liste hinzufügen!

  5. Xemides sagt:

    Es gab ja auch schon sehr früh Rollenspiele, die anders als DnD funktionierten. Runequest1 erschien auch schon Ende der 70er Jahre und hat AT-PA, Skills statt Stufen und Zauber mit Magiepunkten.

  6. *Klapp-klapp-klapp*

    Und obwohl ich sie hasse, hier mal die Sportfreunde Stiller: „Applaus, Applaus… für Deine Worte…“😉 Du triffst den Nagel auf den Kopf.

  7. Kelly Davis sagt:

    It is old school in that it makes me feel like a youngster again when I first played RPGs. It’s fast and simple – like when we played AD&D (probably incorrectly back then). not a ton of supplements required, etc.

    • Tarin sagt:

      Right, but I wouldn’t call it „Oldschool“ for that. In the last few years, there was a strong movement towards simpler games with a rules-light approach. DS is one of that games – and one of the better, for sure.


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