Setting matters

ein weiterer Artikel von JensN! Danke dafür!

Eine Labyrinth Lord–Kampagne auf der Erde / nachgedunkelt

Für die Zeit nach meinem Umzug nach Köln, diesen Sommer, plane ich schon wie das Setting für meine LabLord-Kampagne, die ich dort anbieten möchte, aussehen könnte. Dazu habe ich meine allgemeinen Erfahrungen mit Rollenspielwelten verwertet.

Mir geht es darum ein möglichst stimmungsvolles Spiel zu erleben. Zum einen will ich natürlich ein einfaches System, welches nicht im Weg steht, aber es spielt auch eine Rolle in was für einer Welt man spielt.

Die Welt

Larm hat sehr viel Charm und eignet sich gut für eine Sandbox, aber ich will gerne etwas Ernsthafteres als Larm. Ich möchte eine Welt die sich meine Spieler besonders gut vorstellen können. Was läge da näher als unsere Erde. In Spielen wie Cthulhu, der World of Darkness, Kult und Unkown Armies habe ich die gute Erfahrung gemacht, dass man sich in die Szenen besser hinein versetzen kann und automatisch die Handlungen der SC sinnvoller sind und ich bringe dies in Verbindung damit, dass diese Spiele in unserer Welt spielen. Außerdem muss ich so weniger Hintergrundbände lesen – meine Spieler, für den gemeinsamen Vorstellungshorizont, genauso wenig.

Der Stil

Diese düstere Version unserer Welt soll keine EDO-Fantasy-Welt werden. Vielmehr will ich mythologische Wesen zum Leben erwecken oder ganz neue, namenlose Monster die Dörfer heimsuchen lassen. Da ich den Vergleich zu Horror-Rollenspielen gemacht habe, ist vielleicht schon der eine oder andere darauf gekommen, dass ich Horror mir Oldschool kombinieren will. Die Idee ist das beides gut mit einem einfachen und tödlichen System funktioniert. Was die Mooks angeht muss ich mir jedoch noch etwas einfallen lassen. Möglicherweise kann man den Mietlingen durch Rollenspiel mehr Leben einhauchen, bevor sie über den Jordan gehen.

Abgestürzte Raumschiffe

Geht das weg von der Oldschool-Idee, oder was man darunter versteht? Wie schon gesagt finde ich, dass bei Oldschool eine Menge erlaubt ist. Und wenn ich abgestürzte Raumschiffe will, dann gibt es abgestürzte Raumschiffe. Die hatten wir in meiner Jugend tatsächlich bei Earthdawn, weil ich mal wieder zu viel Master of Orion 2 gezockt hatte (was ich heute übrigens immer noch tue!). Und wenn ich Horrorelemente im mittelalterlichen Byzanz will, dann will ich Horrorelemente im mittelalterlichen Byzanz, oder so ähnlich …

Antike-Dungeon

Bei meinem Freund Craulabesh habe ich im Antike-Dungeon Tunnels&Trolls spielen dürfen. Die Anreicherung seines Living-Dungeons mit mythischen Kultisten war sehr gelungen. Sicher können Kämpfe gegen Orks oder Goblins genauso spannend sein, aber ich zumindest habe die Situation nicht so vor Augen, wie dann, wenn man in unserer Welt spielt. Dazu kommt noch, dass ich es gut finde, wenn die Monster stilvoll beschrieben werden und vielleicht gar nicht so klar ist, was da im Dunkeln lauert, anstatt mitgeteilt zu bekommen: „Da sind die nächsten Zombies!“

Anachronismus

Mein Kumpel JP hatte die Idee zu einer anachronistischen Version unserer Welt, in der sich die verschiedenen Epochen überlagern. Für mich sind hier Grenzen sinnvoll, weshalb ich zu der Idee kam verschiedene Epochen der düsteren Version unserer Welt gleichzeitig auf Parallelebenen existieren zu lassen. Dazu passt gut ein Ort der von jeder Ebene erreicht werden kann und umgekehrt. Es erinnert mich an das was ich von Planescape gehört habe und wenn ich richtig informiert bin, wäre dies so etwas wie Moorcock’s Tanelorn. Auch bei mir soll es eine Stadt sein.

Stadtsettings

Städte bieten andere Möglichkeiten für Abenteuer, als wenn man nur von Abenteuer zu Abenteuer reist. Man kann dort wichtige NSC etablieren, denen die SC immer wieder begegnen und die Spieler können ihre SC zu Orten und Personen gehen lassen, die es in fast jeder Stadt gibt, ohne vorher groß nachfragen zu müssen (man geht dann z.B. kurz zum Schmied, zur Diebesgilde oder was auch immer und erfindet diese eventuell als neue Elemente der Stadt hinzu). Auch ein Dorf in einer Region bietet ähnliches, doch für mein Setting will ich einen Moloch.

Viele dieser Ideen sind geklaut, die Kombination von Horror mit einem Oldschool-Rollenspiel ist eigen, weil dazu schon viel zu viel Storytelling und Methodacting in meinen Vorstellungen ist, doch trotzdem kann ich mir kein besseres System dafür vorstellen als LabLord. Sicher muss ich auch einfach mal ausprobieren, ob es klappt. Jetzt bin ich gespannt auf Eure Kommentare.


15 Kommentare on “Setting matters”

  1. Tarin sagt:

    Dann schreibe ich mal direkt den ersten Kommentar: Du willst unbedingt LotFP lesen, ebenso Vornheim. Ersteres gibts zumindest als Spielerhandbuch „Rules&Magic“ für lau, zweiteres für kleines Geld als PDF. Also, falls dus nicht eh schon im Schrank hast🙂

  2. craulabesh sagt:

    Hi Jens,
    Danke fürs Lob😉 und ich schließe mich Tarins Vorschlag an, mir fiele da noch ein: Cthulhu Invictus als Setting mit beliebigen OldSchool-Regeln. Naja und Carcosa, dann konsequenter die Idee mit dem Welten, die ineinander übergehen, wie bei deinen Charakter Barney. Das Ganze könnte dann so ein wenig wie John Carter from Mars werden, mit lauter Dimensionshoppser zwischendurch.

    • JensN sagt:

      Was die Dimensionshopser angeht, möchte ich es nicht übertreiben, aber es soll Lecks zwischen den Dimensionen geben, allein um darüber einen gewissen Anachronismus zu rechtfertigen, falls man die Dinge nicht historisch korrekt darstellt.

  3. Tarin sagt:

    Und Realms of crawling Chaos, wenn wir schon bei Lovecraft sind!😀

  4. craulabesh sagt:

    Eigentlich könnte man auch Vampire als Setting nehmen..

    • Tarin sagt:

      Treib mir doch nicht Tränen in die Augen. Die Mutter aller Spieler kleinhaltenden Railroads (neben Dragonlance) mit cD&D bespielen? Hat so ein bisschen was von einem Sakrileg. Aber gut, die OSRler kümmern sich um sowas ja nicht, also viel Spaß dabei, die Brujah Klasse zu entwerfen ^^

  5. JensN sagt:

    Hallo,

    es stimmt, dass ich die genannten Systeme noch nicht kenne. Meine Idee war einfach das zu nehmen was ich habe und kenne, und dann das daraus zu machen was ich will, ohne noch viel lesen zu müssen. Früher hätte es ja auch nicht so eine Auswahl an Spielen gegeben, aber heute ist nunmal heute. Ich werde mir mal das eine oder andere System anschauen, aber nicht „Vampire“, denn das kenne ich schon und es passt überhaupt nicht. Auch Konversionen von Cthulhu auf’s Mittelalter oder andere Zeiten möchte ich nicht. Wenn es reichen würde die Horror-Rollenspiele, die in der Jetzt-Zeit spielen zu konvertieren, dann hätte ich das schon getan, aber damit bin ich nicht zufrieden. Gerade wenige Fertigkeiten und ein Kampfsystem was für Nahkämpfe tauglich ist, haben mich ja so an LL fasziniert und das bietet Cthulhu nicht, noch weniger Vampire. Allerdings überlege ich schon eine Weile, ob das eine oder andere Indie-RPG nicht brauchbar wäre, aber die sind mir in der Regel nicht tödlich genug und ich habe die Erfahrung gemacht, dass nicht jeder Spieler mit so viel Kreativität aufwarten kann.

    Immer noch am grübeln.
    Euer JensN

  6. greifenklaue sagt:

    Den Lesetipp mit LotfP – als Inspiration für die Kampagne – kann man sicher unterstützen, „Better than any man“ spielt ja im mittelalterlich-düsteren Deutschland. Kann man sicher Ideen rausziehen!

    Ansonsten wünsch ich viel Erfolg mit der Kampagne!

  7. Äh… LotFP? Ich glaub, ich bin ein büschen spät…🙂

  8. craulabesh sagt:

    vielleicht hilft der Text hier, vom Macher von Warlords of Alexander: http://zozer.weebly.com/uploads/3/4/3/3/3433372/tempus_fugit.pdf

  9. craulabesh sagt:

    Ansonsten würde ich eigentlich sagen, kannst du die Frage auch anders aufziehen: Willst du Dungeoncrawling, Hexcrawling oder freestyle-Rollenspiel machen? Gerade die ersten beiden Optionen können eine Welt schon formen. Ich tendiere zum Beispiel zu gerne auch ins Realistische, dann muss ich mir eigentlich die Welt drumzu bauen. Normale Dungeonökonomie unrealistisch? Dann Geister. z.B.

    • craulabesh sagt:

      Obwohl allgemein macht es das Dungeoneeren einfacher, wenn man es nicht so ernst nimmt oder das zu einer absurd-surrealen Traumwelt macht.

      • JensN80 sagt:

        Ja, das stimmt. Es ist gewissermaßen auch der Grund für den Titel. Macht es überhaupt Sinn mein Projekt mit LabLord zu gestalten, nur weil ich System und Setting mag? Oder müssen beide nicht doch aufeinander abgestimmt sein. Denn auf LotFP würde evtl. nicht passen, denn so martialisch will ich es gar nicht, wie dieses Spiel den Eindruck auf mich macht. Zusammenspiel von System und Setting machen einen Unterschied.

      • craulabesh sagt:

        Das Traglastsystem ist ziemlich gut, ebenso die Spezialistenklasse. Viele Regeln kann man so übernehmen.


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