Immer feste Druff!

Abstraktion von Gewalt im OSR

Gerade hörte ich die aktuelle Folge des Pi-Cast zum Thema Gewalt. Achim Pi-Halbe spricht darüber wie Gewalt im Rollenspiel dargestellt wird und wie man realistische Gewalt darstellen könnte, unter anderem auch psychologische Innenansichten der SCs während sie Gewalt erfahren oder verursachen.

Braucht man im OSR Gewaltabstraktion für das Spielgefühl, d.h. um einfach mal ein paar Monster zu verkloppen? Verharmlost man Gewalt indem man sie über Zahlenwerte abbildet?

Da ich nun einen kleinen Einblick in LotFP gewonnen habe, kann ich dies, denke ich, verneinen, denn dort wird sicher ausführlich Gewalt dargestellt Es mag der eine oder andere Gewaltexzess inszeniert werden. Ich stelle mir, nach meinem ersten Eindruck von LotFP, vor, dass die SCs in einer gewalttätigen Welt Abenteuer erleben und möglicherweise selbst böse gewalttätig sind.

Sind Menschen allgemein friedlich oder gewalttätig? Ist das wichtig? Wichtig ist, dass Gewalt im Rollenspiel Spaß macht, wenn man auf der Siegerseite steht. Ist da etwas unmoralisches dran. Es ist nur ein Spiel, das Spaß machen soll. Zu OSR gehört Gewalt, egal wie abstrahiert sie ist.

Ich kann mir auch vorstellen eine realistische Welt zu simulieren und auszuspielen, wie man Gefangene macht oder flieht anstatt bis zum Tod zu kämpfen. Allerdings merke ich an, dass „keine Gefangene zu machen“, um ein Beispiel zu nennen, in echten Kriegen genauso vorkommt. Bei meinen Gruppen habe ich zum Teil auch die Erfahrung gemacht, dass die abstrakte Gewalttätigkeit der eigenen Charaktere als positiv erfahren wird und Gutmenschtum im Fantasyrollenspiel den Paladinen überlassen werden sollte, die genau deswegen oft unbeliebt sind.

Ich bin mir sicher, dass die überwältigende Mehrheit der Rollenspieler sich gegen Gewalt im Real-Life aussprechen, obwohl sie Actionfilmgewalt im Rollenspiel gut finden. Jemandem der sich gerne James Bond anschaut würde man ja auch nicht abverlangen statt dessen lieber Rosamunde Pilcher Verfilmungen, oder anders betrachtet Guinea Pig, zu sehen, denn auf eins von beidem läuft es im extrem hinaus, wenn man fordert auf Abstraktion von Gewalt zu verzichten. Wie so oft wird, so oder so, die goldene Mitte ein guter Weg sein und ich vertraue darauf, dass die RPG-Gruppen auf dieser Welt ein gutes Gefühl dafür haben, wie es sich für sie gut anfühlt, wenn sie mehr oder weniger Gewalt, mehr oder weniger abstrakt, darstellen.

Orks wurden von Tolkien geschaffen, um sich keine mitfühlenden Gedanken über Kanonenfutter machen zu müssen.


2 Kommentare on “Immer feste Druff!”

  1. Tagschatten sagt:

    Hehe. Nachdem die theoretische Basis gelegt ist: So wendet man Gewalt in der Fiktion an.

    http://tagschatten.blogspot.com/2012/05/gewalt.html


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