Neue Version – was nun?

Dieser Beitrag ist Teil des RSP Blog Karnevals, diese Monat von Zornhau organisiert!Logo_RSPKarneval_500px

Laut Eingangsbeitrag soll es bei diesem Karneval um die Frage gehen, wie man denn mit dem Wechsel von RPG Editionen umgeht oder umgegangen ist, ob neu immer besser ist und was sonst noch so zu dem Thema gesagt werden kann.

(Dieser Blog dreht sich großteilig um Spiele aus der OSR Familie. Euch ist schon klar, was ich letztlich auf die Frage antworte, ob neue Editionen immer besser sind? Naja, wartets ab.)

Jedenfalls sind Editionswechsel ja immer so ein Grund für die Beschäftigung mit einem Spiel. Sei es, weil man es tatsächlich spielt oder sei es, weil es wegen der Bedeutung des Spiels interessant ist (D&D Next, DSA5, mit Abstand SR und CoC). Mir geht es hier allerdings um den persönlichen Umgang mit Editionen „am Tisch“ und nicht im weiteren Sinne auf G+, Foren, Blogs usw. Das ist ein eigenes Feld und wie so oft ein eigenes Hobby im Hobby.

Bestandsaufnahme

Ich habe noch nie einen klassischen Editionswechsel innerhalb einer Kampagne mitgemacht. Ich habe allerdings den Wechsel von DSA3 auf 4 mitgemacht, da dann aber auch mit neuen Charakteren und neuer Kampagne. Ich habe verschiedene Editionen desselben Spiels gespielt (D&D) und ich habe mit den OSR Spielen sowas ähnliches wie einen Haufen Editionen eines ganz bestimmten Spiels (oD&D bzw cD&D) in der Hand und am Tisch gehabt.

Ich habe allerdings schon immer gern verschiedene Spiele ausprobiert und mache da auch vor Editionen keinen Halt. Nur wenige Spiele reizen mich dauerhaft, selbiges gilt für viele Kampagnen. Wir sind auf DSA4 gewechselt, weil ich die Grundbox zu Weihnachten bekam, mir in mühevoller Auseinandersetzung die Regeln aneignete und alle neugierig auf selbige waren. Also ab, SC gebaut! Und schon gings los ins nächste Abenteuer. Und ehrlicherweise waren da viele Sachen drin, die cool und „besser“ wirkten. Die Unterteilung in Volk/Kultur/Profession empfindee ich zwar heute eher nutzlos, damals aber als einen echten Fortschritt. Der zu bestätigende kritische Erfolg wirkte auch gut. Im Nachhinein hat mir DSA4 allerdings auch die Laune an DSA verdorben, weil die ewige Blätterei zwischen den sich bedingenden Teilen im GRW nervte, alles so klein-klein gebastelt werden musste und irgendwie plötzlich andere Spiele interessanter wurden (wir haben dann irgendwann nochmal DSA3 gespielt, das war ok).

„Ey, ich hab da jetzt die 12E, soll’n wa nich wechseln?“

Wenn es denn irgendeinen Grund gibt, ja. Allerdings würde ich keine laufende Kampagne mittendrin mit neuen Regeln bestücken, ohne diese Probe zu fahren. Erstmal allen Spielern in Ruhe zu lesen geben, dann vielleicht ein paar Abende was anderes mit den neuen Regeln bespielen und letztlich entscheiden, ob sich ein Umstieg lohnt. Denn: Es ist ja überhaupt nicht gesagt, dass neue Regeln besser sind. Schon gar nicht, dass sie für eine spezifische Gruppe oder Kampagne besser sind. Man nehme die Platzhirsche D&D und DSA, die sich so verändert haben, seit sie in ihrer 1E das Licht der Welt erblickten. Jede Edition setzt Schwerpunkte und wir sind mittlerweile in der überaus angenehmen Situation, uns einfach das raussuchen zu können, was uns am meisten zusagt. Mir sagt klassisches D&D mehr zu als 4E D&D und dieses wiederum weit mehr als 3.X und Pathfinder. Innerhalb des alten D&D gebe ich Classic den Vorzug gegenüber Advanced1 und besonders Advanced 2. Wenn ich die Klone dazu nehme, stehen LabLord und LotFP weiter oben als Swords&Wizardry, teils aus Gewohnheit, teils aus Verfügbarkeit und teils aufgrund der eingearbeiteten Hausregeln.

Ich folgere: Spielt einfach die Edition, mit der eure Gruppe größtmöglich kompatibel ist.

Wer jetzt allerdings keine feste Gruppe hat und viel auf Cons oder per Internet spielt, dem kann eine neue Edition durchaus aufgezwungen werden. Was im Laden steht und supported wird, bleibt lebendig. Was nicht supported wird, überlebt nur bei den paar Überzeugten, nicht aber im Mainstream. Wer würde jetzt schon noch eine alte Savage Worlds Edition spielen wollen, wenn viel mehr Mitspieler für eine GERTA Runde zu finden sind?

Ich folgere wiederum: Bei wechselnden Runden bietet es sich an, die aktuelle Edition oder zumindest ein aktuelles Spiel zu nutzen.

Sind die neuen Editionen denn jetzt besser?

Da möchte ich kurz auf den Karnevalsblog von Hoch ist Gut verweisen! Gesetzt den Fall, eine Edition wird rausgebracht, um ein Spiel näher an die gewünschte Ausrichtung zu bringen, die den Designern vorschwebt und gesetzt den Fall, die Designer sind sich handwerklich über das im Klaren, was sie da tun: Ja, dann ist neu immer besser. Da das aber überhaupt nicht gesagt ist, ist neu eben nicht immer besser. Deshalb spiele ich lieber eine Edition, die zwar alt ist, aber viel besser zu dem passt, was ich gern spiele. Es hätte für mich auch ein anderes Spiel sein können und ist es auch, wenn ich die Unterschiede zwischen einem B/X Klon und der 4E betrachte – das hat nichts mehr gemein.

Ansonsten gibt es glaube ich wenig dazu zu sagen. Anstehende Editionen sind ein interessanter Hochpunkt im RPG-Internet, was Beiteiligung usw. angeht und stehen da in etwas so gut da wie neue Spiele mit guter Werbemaschinerie (SpliMo). Für die Tischrunden sind sie entweder vernachlässigbar, weil man „sein“ Regelwerk hat oder zwingend, weil man aktuelles Zeug spielen will oder eben die neuen Regeln besser findet. Letztlich empfehle ich einen entspannten, reflektierten Umgang mit dem Thema Editionswechsel und im Falle des tatsächlichen Wechsels eine Testzeit und am besten eine neue Kampagne mit neuen SC.

 

 


5 Kommentare on “Neue Version – was nun?”

  1. […] Neue Version – was nun? aus dem Goblinbau […]

  2. Contra-254 sagt:

    Transparenter Blog auf unruhigem Hintergrund – Das kann man so nicht lesen!

    • Tarin sagt:

      Findest du? Ich empfinde den Hintergrund kaum als störend, nehme ihn quasi gar nicht wahr, wenn ich lese.

      • Contra-254 sagt:

        Also zumindest mir geht es so, das die Konturen der Buchstaben und die Figuren im Hintergrund verschwimmen und die Hintergrundebene auch als Text erkannt wird und ich mich stark anstrengen muss, wenn ich auf der Buchstabenebene bleiben will. Es fällt halt extrem auf, weil die Figuren mit demselben Kontrast und dem ungefährem Detailgrad der Buchstaben arbeiten.

      • Tarin sagt:

        Ah ok. Was glaubst du: Würde es helfen, den Hintergrund kontrastärmer einzufärben oder insgesamt aufzuhellen?


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