Beim Barte der Tradition!

Beim Barte der Tradition! Für mich bitte oldschool!

Worum geht’s? Zuletzt habe ich neben LabLord, Midgard5 und Savage Worlds gespielt. Als alter Systemnazi kann ich natürlich nicht anders, als diese wechselseitig miteinander zu vergleichen:

Und zwar in den Punkten:

Zeitaufwand,

Kampfregeln,

Immersion,

Fangen wir an mit dem Vergleich Savage Worlds – LabLord:

Einfache, alte Regeln mit Ecken und Kanten stehen modernen eleganten Regeln gegenüber. Beide Spiele sind auf Kampfsysteme mit Battlemat ausgelegt.

Zeitaufwand:

Die Vorbereitung, das Lernen der Regeln und das Spielen verlaufen bei Savage Worlds schnell und unkompliziert. Bei LL hingegen muss man sich erst einmal durch ein schlecht strukturiertes Regelwerk einen Weg finden, obwohl die Regeln an sich auch nicht komplexer sind. Die Vorbereitung ist etwas, wenn auch nicht viel aufwändiger. Das Spielen von Kämpfen verläuft ebenfalls flüssig, und genauso schnell. In diesen Punkten nehmen sich beide Systeme auf lange Sicht nicht so viel. Der Punkt geht knapp an SW.

Kampfregeln:

Savage Worlds hat ausgefeilte Regeln, die gut ineinander greifen. LL macht genauso das was es soll. Mir gefällt LL besser, aber es ist klar, SW trifft sicher besser den allgemeinen Geschmack. Für mich ist das ein Unentschieden. Man könnte sagen, da liegen über 20 Jahre zwischen, also kann man das vor dem Hintergrund der Jahre gar nicht vergleichen, aber ich finde, auch im Vergleich mit modernen Systemen, die LL-Regeln gut. Sie fühlen sich echt an, unterstützen das Erleben von Spannung und Nervenkitzel. Unentschieden.

Immersion:

Beide Spiele haben ein starkes Kampfsystem, das Erzählen kann dabei unter gehen. Im Grunde sollte das mit SW besser gehen, fühlt sich aber für mich noch nicht gut an, denn hier unterstützen die Regeln nicht. Im Gegenteil der Schwerpunkt auf schnelle Kämpfe, stört hier eher. LL hat dieses Problem nicht, bietet aber nicht einmal vernünftige Fertigkeiten (die man aber auch gar nicht unbedingt braucht). Unentschieden.

Fazit:

Beide Systeme sind gut. Der Vergleich geht nach Punkten 1:0 für SW aus. Mir selbst macht LL mehr Spaß. Es fühlt sich einfach besser an und ist nicht so glatt. SW hat natürlich den Vorteil, dass man nahezu jedes Setting damit spielen kann, nicht nur Fantasy.

Demnächst geht es weiter mit dem Feldtest, bei dem ich ein Abenteuer mit beiden Systemen geleitet habe. Das wird dann richtig spannend. Ich hoffe auf eine rege Diskussion!


19 Kommentare on “Beim Barte der Tradition!”

  1. greifenklaue sagt:

    Hmm, ist LL wirklich auf Battlemaps ausgelegt? Da hatte ich nie das Gefühl. Eine Battlemap unterstützt es sicherlich, aber ich kenne durchaus Leute, die darauf verzichten. SaWo hat auch einen Modus ohne Battlemap, vergibt hier aber imho eine seiner Stärken, wenn man es ohne spielt.

    @SaWo trifft eher den Massengeschmack. Hmm, glaub ich auch nicht unbedingt. Wobei ich mir gerade nicht sicher bin, was generell der Massengeschmack ist, gibt da ja durchaus unterschiedliche Strömungen. Vom deutschen sich bei Attacke-und-Parade totlangweilen und Miniaturen-sind-Satan sind aber beide weit entfernt ..😉

    • jensn80 sagt:

      „Vom deutschen sich bei Attacke-und-Parade totlangweilen und Miniaturen-sind-Satan sind aber beide weit entfernt .. ;)“ Oh ja, ich fürchte das geht eher in Richtung „Mainstream“, wenn man mal von Pathfinder absieht.

    • Christoph sagt:

      Sich bei Attacke und Parade langweilen ? Das ist nur bei DSA so. Bei Midgard langweile ich mich nicht, bei Splittermond (optional) auch nicht, und erst echt nicht beim Runequest6.

      Ich empfehle dringend, Attacke-Parade nicht nur bei DSA zu testen.

      Als Spieler empfinde ich eher Kämpfe ohne Parade als langweilig, Schon deshalb weil ich als Angegriffener nichts zu tun habe sondern nur zusehen kann was geschieht.

      • greifenklaue sagt:

        Klar hast Du was zu tun … Zurückangreifen😉

        Midgard und die Kampf- und Krautsammel-EP. Wer es mag.

        Das ändert aber nix dran, das 90% DSA spielen und Runequest 6 etwa 3 Leute in Deutschland – und ich hab jetzt nicht das %-Zeichen vergessen.

        Auch ich erlebe in Dungeonslayers spannende Arracke- und Parade-Regeln, trotzdem geh ich davon aus, dass es nicht der deutsche Mainstreamgeschmack ist. Obwohl dieser Fix DSA quasi auf einen Schlag schonmal besser machen würde.

  2. Tarin sagt:

    Erstmal willkommen zurück im Schreibkerker, Jens😀
    Ich muss sagen, ich wäre nie auf die Idee gekommen, LabLord und SaWo miteinander zu vergleichen ^^

  3. greifenklaue sagt:

    Ahh, die Artikel sind von Jens – das solltet ihr nochmal deutlich machen😉 (Ich schätze selbstverständlich Euch beide als Autoren, aber es hilft besser, beim Einschätzen, wie was gemeint ist.)

  4. Christoph sagt:

    @Greifenklaue zu deiner Antwort:

    (Wieso kann ich nicht mehr direkt antworten ?)

    Sag mal was soll die billige Polemik, auf einen Beitrag in dem es um den Kampf geht (und nur um den Kampf) mit der EP-Vergabe von Midgard zu kommen ? Das hat doch miteinander gar nichts zu tun und die mag ich genau so wenig wie du und bin froh, das der SL die EP zählt. Aber das AT-PA-System mag ich halt.

    Und zurück angreifen mache ich ja nicht im gleichen Moment sondern erst wenn ich wieder dran bin. Ich brauche aber das Gefühl, den Angriff aktiv abwehren zu können. Sonst entsteht in einem Fantasy-System bei mir kein Kopfkino sondern ist das ein statischer Kampf wie Mensch Ärger dich spielen.

    Und Spielerzahlen sind auch kein Argument. Zumal man ja etwas tun kann, RQ6 popülärer zu machen😉.

    Und Runequest1 und Tunnels and Trolls sind ja auch perfekte Beispiele für Oldschoolsysteme, die sich sehr schnell vom DnD-bestimmten Kampf ohne Parade gelöst haben. Die passive Parade ist also weder ein Zeichen für Oldschooligkeit noch ist die aktive Parade ein typisch deutsches Spielelement.

    • greifenklaue sagt:

      Ich wollte damit sagen, die Langweiligkeit bei Midgard kommt bei mir anderenorts auf.Aber klar, dass muss ja nicht jedem so gehen.

      @Warum Spielerzahlen: Weil Jens von „allgemeinen Geschmack“ redet. Der allgemeine Geschmack wird ja durch die größte Gruppe gebildet, daher Spielerzahlen.

      @Statischer Kampf: Der besteht für mich nicht aus der Möglichkeit, Abwehr zu würfeln, sondern Handlungsoptionen zu haben. Das geht bei Systemen mit und bei Systemen ohne aktive Parade. Aber gut, ich kann die Haltung auf jeden Fall nachvollziehen.

      @Antworten: Das kann ich auch beantworten😉 Die Hierarchie klappt sich nur bis zu einem gewissen Grad auf, danach bekommt man keine direkte Antwortmöglichkeit mehr …

      • jensn80 sagt:

        Die AT PA Falle bei DSA führt doch gerade dazu, dass man im Grunde jedem Helden genau einen Gegner auf dessen Niveau vorsetzen muss. Wenn das nicht statisch ist, dann weiß ich es auch nicht. Dann wird ewig gewürfelt und macht höchstens noch Optimierern mit Schere-Stein-Papier-Fetisch und einem Bachelor of Science in DSA-Kampfregeln Spaß, oder Leuten die nichts anderes kennen wollen. DSA-Kampfregeln können nichts! Das Spielen Andere. Ich mag eher die Geschichten von DSA, die man erlebt oder liest. Das kann DSA, die Regeln sind dabei ein notwendiges Übel, weil bei DSA-Regeln, anders als bei DnD nicht mehr viel zu retten ist, da sie von Grund auf verkorkst sind (bin für ein Wildes-Aventurien). Die Macher von D&D dürfen sich wenigstens trauen ihr System weiter zu entwickeln. Die Macher von DSA können gar nicht anders als bei ihrem Mist bleiben, denn die eingefahrenen, scheinbaren Alleskäufer, würden eine Revolution in Sachen Regeln dann wohl doch nicht verzeihen. DSA hat halt seine Nische. Deutsche Spielen Alles und sind oft gutmütige Barbiespieler und da schließe ich mich nicht einmal zu 100% aus, weiß aber, dass es auch anders geht.

        (Dabei habe ich auch gar nichts gegen Dinge die so sind wie sie sind und so bleiben, siehe Kernregelelemente bei DSA, aber ich mag es einfach, wenn ein Verlag tolle neue Produkte auf den Markt bringt und ich mich darüber freuen kann, wie gut die Regeln sind und nun die Option habe nach diesen zu spielen und sie kaufen kann, wenn ich will, oder auch nicht, wie z.B. bei D&D5 oder LotFP, die auch nichts völlig neu erfinden, aber es schaffen etwas Gutes noch besser zu machen. Ich finde es einfach toll, dass es so viel gutes neues Material gibt.)

  5. jensn80 sagt:

    P.S.: Interessanterweise ist mMn DSA1 immer noch das Beste DSA😉

  6. Christoph sagt:

    @jensn80

    Ich habe nie DSA4 verteidigt, aber Midgards Kampfsystem, das von Runequest 6, das von Splittermond oder Earthdawn lösen dass Problem halt anders. Und mir machen alle Spaß, vor allem Runequest6 finde ich sehr gelungen.

    Und das DnD auch nicht alles darf, hat DnD4 bewiesen, das WOTC in eine tiefe Krise stürzte, weil ihnen massiv die Oldschoolfans davon gelaufen sind, eben hin zu OSR. Und das nachdem vorher bereits 3.5 einiges an Untersützung gekostet hat. Ganz so einfach ist das bei DnD auch nicht.

    Bei DnD sötz mich übrigens das Klassen-Stufen-System. Das mag ich nur noch in der Midgard-Variante, wenn es mit freier Steigerung gemischt ist oder wie bei Earthdawn mit dem Setting verbunden.

    Und wie gesagt, Runequest ist ja auch schon oldschoolig, mit der ersten Version aus dem Ende der 70er Jahre.

    DSa1 fand ich so öde, das es mich vor 20 Jahre von DSA abgehalten hat.

    • greifenklaue sagt:

      „Bei DnD sötz mich übrigens das Klassen-Stufen-System“ – Ich mag das ziemlich. Jedem SC sein Nischchen, das ist doch fein.

      • Christoph sagt:

        Du darfst es gerne mögen, ich finde es öde und einengend. Und Nischen kann man auch bei freier Steigerung wie bei Shadowrun, Midgard oder Runequest haben.

  7. jensn80 sagt:

    Hm, ich mag auch Midgard, genau wie Christoph (was Greifenklaue langweilig findet).

    DnD4 mag ich auch nicht und das Klasse-Stufen-System von 3.X mag ich auch nicht.

    Splittermond kenne ich zu wenig, habe das erst zweimal Probe gespielt. Einmal 2013, als der Uli Lindner es geleitet hat, um das Demo-Abenteuer zu testen. Da stand es nicht im Weg, das Abenteuer war aber einfach deswegen gut, weil Uli ein guter SL ist. Und dann 2014 mit Chris Gosse einen Charakter gebaut, nach dem PDF-Regelwerk, vor der Veröffentlichung, also auch nicht selbst länger eingelesen und dann gespielt, wo der Flippah geleitet hat, was ok war. Aber umgehauen hat mich Splimo nicht.

    Und Runequest6 kenne ich gar nicht. Könnte man sich bei Gelegenheit mal anschauen. Eigentlich habe ich aber schon genug RPGs die keine breite Basis haben. Ich bin ja schon froh, dass ich recht viele Leute für LL begeistern konnte. Und das obwohl wir es so mega gamistisch auslegen.

    Hätte von euch vielleicht jemand Lust an Himmelfahrt mit auf den Metstübchencon bei Lehrte/Hannover zu kommen. Das ist super schön da. Ich fahre dieses Jahr das siebte mal in Folge hin. Ist kein Oldschoolcon, aber man kann das da auch anbieten und Mitspieler finden. LL habe ich da kennen gelernt. Wir schauen da über den Tellerrand und testen neben neuen Systemen, die eher typisch sind auch Indie und halt auch Oldschool.


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s