Spontanes Endzeitszenario

Die Artikelreihe zu Arn hat so schön funktioniert, aber ich brauche jetzt einmal Abwechslung vom Fantasygenre. Folgendes Minisetting kam dabei herum. Ob ich das jemals spiele, sei dahingestellt, aber Ideen sollen verbreitet werden😉

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Die Stadt:

Der Schein:

In der Stadt ist alles so, wie es eben in der Stadt ist, wenn man in einer solchen in den 1990er Jahren lebt. Nur geht man halt nicht raus. Die Stadt ist hermetisch abgeriegelt und steht unter Quarantäne, weil einige schwer handhabbare Infekte scheinbar hier ihren Ursprung haben. Gleichzeitig gibt es hier die entsprechenden Desinfektionsmöglichkeiten, passende Medikamente frei für alle Bürger, eine Altersversorge und einen ziemlich netten Bürgermeister namens Alexander Noah, der sich bemüht, in Radio und TV möglichst präsent zu sein.

Die Wahrheit:

Die Stadt (Berlin, New York, Frankfurt, Paris – das sei eurer Ausgestaltung überlassen) ist natürlich keine dieser Orte und wir befinden uns auch nicht in den 1990er Jahren sondern irgendwo um das Jahr 2150. Nach dem apokalyptischen Knall (eigentlich kein Knall, sondern die Folgen biologischer und chemischer Kriegsführung und einem unerklärten Ereignis X) ist die Erde der klägliche Haufen verstrahlten Ödlands, den wir in einem entsprechenden Setting erwarten. Die Stadt ist ein gentischer und kultureller Vorratsspeicher. Eine KI versucht hier, die Keimzelle für eine neue, mutationsresistente Menschheit nach dem kulturellen Vorbild der Zeit vor „X“ anzulegen. Die KI interagiert als Bürgermeister über den Rundfunk und nutzt gelegentlich auch einen androidischen Körper für öffentliche Auftritte. Davon wissen die üblichen Bürger nichts.

Ich würde übrigens gern den Ruhm für die KI selbst einheimsen, da habe ich mich aber bei Arne und seinem Setting Metheir inspirieren lassen, schaut mal vorbei!

Die Brüche und Plothooks:

  • Rekrutierungen für den Außendienst, scheinbar ohne jedes Muster (Noah sorgt dafür, dass mutagene Bewohner aussortiert werden)
  • mutierte Tiere als Kulturfolger in der Kanalisation
  • Dafuq, der Typ von der Grenzpatroullie, der gerade den tödlichen Unfall hatte, ist ein Roboter?!?
  • Warum blinzelt der Bürgermeister eigentlich nicht?
  • Und warum scheint er einfach alles zu wissen?
  • Ein GPS Gerät, gestohlen von einem Militärtypen zeigt als eigenen Standort überhaupt nicht New York (oder wo auch immer) an, angeblich befinden wir uns irgendwo gute 500 km entfernt.
  • Hard Boiled Detective, eine Mordserie in der Stadt, eine vermisste Person, alles führt letztlich zu den Grenzschützern/Enforcern.

Die Arkologie:

Außerhalb der Stadt gibt es diverse Versorgungseinrichtungen. Nahe Ölfelder ermöglichen die Versorgung mit entsprechenden Rohstoffen, außerdem wird in der Nähe Agrarwirtschaft betrieben, Baustoffe abgebaut usw. Die Versorgung liegt dabei in den Händen der Enforcer, von Noah angeworbene Synths und Pure Humans, denen der laufende Betrieb unterstellt ist. In der Arkologie arbeiten größtenteils Outsiders, also oft mutierte Menschen, denen das Leben in der Stadt verwehrt bleibt oder die von dort ausgesondert wurden. Outsider fristen hier ein Leben, das oft genug an Sklaverei erinnert. Mehr als eine Grundversorgung mit Nahrungsmitteln und immerhin sauberes Trinkwasser erhalten sie nicht, aber das ist immerhin mehr, als anderswo zu erwarten ist.

Am Rand der Arkologie gibt es laufende Grenzpatroullien, wenn auch lange nicht so stark bewacht wie die Grenze zwischen Stadt und Arkologie. Außerhalb dieser Grenze beginnen die Badlands und das gesetzlose Niemandsland. Was genau da ist, überlasse ich wiederum der Fantasie der Leser/Spieler, aber wer Anregungen braucht, findet da sicherlich was in Bruder Grimms Karnevalartikel bei Greifenklaue: 10 Endzeitszenarios.

Plothooks:

  • Arbeiteraufstand! Eine Gruppe Arbeiter hat ein Nahrungslager besetzt und versucht, dieses zu halten.
  • Der Schmuggel blüht hier natürlich auch, Waren aus der Stadt sind heiß begehrt, insbesondere die dortigen Medis.
  • Die Enforcer suchen nach dem Schlupfloch, durch das offensichtlich Outsider die Kanalisation der Stadt betreten können.
  • Die Stadt ist das kleinere Übel, Plünderer aus den Badlands sind ein allgegenwärtiges Problem. Aktuell hat sich eine Gruppe von Ihnen mit dringend benötigter Ware in einer alten Tankstelle im Umland versteckt.
  • Eine Gruppe technisch versierter Outsider versucht, den Menschen in der Stadt die eigentliche Sachlage klar zu machen und sie zur Rebellion gegen Noah zu bewegen, wodurch die Stadt und ihre Güter frei verfügbar würden. Allerdings müsste irgendwer in der Stadt Gateways einrichten, um die Cyberangriffe zu ermöglichen.

Die Badlands:

Hier nur ein paar Stichworte, was sich in der weiteren Umgebung finden lässt:

  • Die Militärbasis der Enforcer. Vieles reparaturbedürftig, aber genug Schlagkraft, um Aufständen in der Arkologie einen Riegel vorzuschieben.
  • Diverse Ansiedlungen von Nomaden, Stammestypen und all denen, die irgendwie versuchen zu überleben.
  • Eine funktionierende Synthfabrik und Noahs einzige Quelle für menschlich aussehende Androiden.  Leider abgelegen und von höchster Strahlung umgeben, inklusiv veränderter und aggressiver Flora und Fauna.
  • Mehrere Bunker aus den Zeiten des großen Knalls, teilweise versiegelt.

Tja, was mach ich jetzt mit diesem Settingentwurf? Erstmal hier online stellen, damit er nicht verloren geht und vielleicht mal drin spielen, wer weiß🙂


2 Kommentare on “Spontanes Endzeitszenario”

  1. greifenklaue sagt:

    Ist auf jeden Fall recht geil! Hat sicher einen leichten Matrix-Touch, aber ist doch ziemlich eigenständig – und bietet einiges an Möglichkeiten!

  2. […] Außerdem legt er noch 10 Endzeitszenarios ohne Zombies vor, die Tarin später außerhalb des Karnevals aufgreift mit einem spontanen Endzeitszenario. […]


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